Akademie
Förderverein
Kontakt
Aktuell
Veranstaltungen / Anmeldung
     chronologisch
Veranstaltungs-
archiv
     chronologisch
Publikationen
Testimonials
Anreise
Tagungshaus
Impressum

 

 

 

 

05.12. - 07.12.2008 (Fr-So) TgNr. 088545
Deutschlandbilder heute II

Aktuelle Tendenzen im deutschen Film

Die deutsche Filmproduktion ist derzeit gekennzeichnet durch große Heterogenität gekennzeichnet. Unter dem Motto „Deutschlandbilder heute“ widmet sich die diesjährige Veranstaltung ausgewählten Beispielen des aktuellen Kinogeschehens und setzt damit die 2007 begonnene Reihe fort. Oft sind es scheinbar private Lebensgeschichten, sinnliche Erfahrungen in der Begegnung mit den inneren und äußeren Welten einer globalisierten Wirklichkeit, die sich als Zustandsbeschreibungen deutscher Gegenwart erweisen. In diesen Beschreibungen lassen sich kulturelle, soziale und psychologische Aspekte heutiger Lebenswelten ausmachen. Wenn daher hier von Deutschlandbildern die Rede ist, so sind es insbesondere solche mikroskopischen Perspektiven, die hier ins Blickfeld rücken. Daneben finden auch neue Filme Beachtung, die gesellschaftliche und geschichtspolitische Fragen aufwerfen.

Den Auftakt der Tagung bildet der Hauptgewinner des Deutschen Filmpreises 2008: Auf der anderen Seite von Fatih Akin. Der Film schildert ungewöhnliche Begegnungen von Menschen zwischen Hamburg und Istanbul, deren Wege sich kreuzen und durch unerwartete Todesfälle aus dem Lot gebracht werden. Ein Film, in dem sich Facetten der deutschen Einwanderungsgesellschaft widerspiegeln, zeigt Auf der anderen Seite  - Personen, die sich grenzüberschreitend in einem transkulturellen Raum bewegen, der von den politischen Verhältnissen überschattet wird.

Doris Dörries melancholische Komödie Kirschblüten-Hanami (Bester Spielfilm in Silber, Deutscher Filmpreis 2008) ist ebenfalls eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod. Dieser lebensbejahende Film handelt von dem Alltagstrott eines älteren Ehepaares, der Entfremdung zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern und von unverwirklichten Lebensträumen.
 Japan zu Zeiten der Kirschblüte wird hier zu einer Sehnsuchtslandschaft, die westliche Erfahrensmuster transzendiert.

In Igor Heitzmanns autobiographischem Dokumentarfilm Nach der Musik (Bester Deutscher Dokumentarfilm, DOK Leipzig, 2007) geht es um die Annäherung des Regisseurs an den eigenen, fremden Vater: den Dirigenten Otmar Suitner, der an Parkinson erkrankt ist. In Bildern und Gesprächen rekonstruiert der Regisseur eine ungewöhnliche Familiengeschichte zwischen Ost und West
. Zugang zum inzwischen hoch betagten, an Parkinson erkrankten Vater findet Heitmann über die Musik.

Ungewöhnlich ist auch die Liebesgeschichte, die Andreas  Dresen in Wolke 9 erzählt. Die Ehe eines seit mehr als dreißig Jahren verheirateten Paares gerät aus den Fugen, als Ehefrau Inge sich plötzlich in einen 76jährigen Rentner verliebt. Der Zuschauer wird Zeuge des wie ein Jungbrunnen wirkenden Liebesglücks, dem die Einsamkeit des Verlassenen gegenübersteht.
Dresen greift das Tabuthema Sex im Alter auf eindrucksvolle Weise auf. Für dieses Wagnis wurde er beim diesjährigen Filmfestival in Cannes in der Reihe Un Certain Regard ausgezeichnet.

In Die Welle (Bester Spielfilm in Bronze, Deutscher Filmpreis 2008) beschäftigt sich der Regisseur Dennis Gansel mit einem brisanten gesellschaftlichen Phänomen, dem angesichts erstarkender rechtsextremer Jugendkulturen aktuelle Bedeutung zukommt. Sein Spielfilm geht auf ein umstrittenes Schulprojekt zurück, das Anfang der 1980er Jahre in den USA durchgeführt wurde. Er zeigt ein Experiment, in dem ein Lehrer die Standfestigkeit der Jugendlichen gegenüber diktatorischen Einflüssen prüfen will. Der scheinbar harmlose Unterrichtsversuch gerät jedoch außer Kontrolle.    

Heftige Kontroversen hat Uli Edels Der Baader Meinhof Komplex ausgelöst, dessen Kinostart Ende September ein enormes Medienecho produzierte. Geht es doch in der an Stefan Austs Sachbuch angelehnten Eichinger-Produktion um die Auseinandersetzung mit einem der heikelsten und schwerwiegendsten Kapitel in der deutschen Geschichte der Bundesrepublik und dessen Darstellung im Medium Film.

Sämtliche Filme werden durch das Tagungsteam vorgestellt und kommentiert und gemeinsam mit den Tagungsteilnehmern analysiert. Die Veranstaltung richtet sich an Lehrer/innen, Medienpädagog/innen, Wissenschaftler/innen, Studierende, Kinobetreiber/innen, Film- und Kulturschaffende, Politiker/innen, Journalist/innen und eine interessierte Öffentlichkeit.

zurück zur Auswahl - Drucken - Veranstaltungsprogramm - Anmeldung - Materialien