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02.10. - 05.10.2003 (Do-So) TgNr. 031410
Geschöpf Gottes in sozialer Ordnung

Zum Verhältnis von individueller Freiheit und Gemeinwesen

Das Verhältnis von individuellem Freiheitsanspruch zu sozialen Regelvorgaben wird in unterschiedlichen religiösen und kulturellen Kontexten verschieden ausgelotet. Von christ- licher Seite ist bisweilen der Vorwurf zu hören, im Islam gäbe es keine individuellen Frei- heitsrechte. Muslime und Musliminnen werfen dagegen insbesondere den Gesellschaften des so genannten „Christlichen Abendlandes“ eine Überbetonung individueller Freiheiten auf Kosten religiöser und sozialer Bindungskräfte vor. Juden und Jüdinnen fühlen sich einerseits dem muslimischen Anspruch auf Verbindlichkeit nahe, suchen andererseits innerhalb der Weisungen den Raum für individuelle, kritisch begründete Entscheidungsfreiheit. In dieser Tagung wenden wir uns der Frage nach dem Verhältnis von Individualität und Sozialität in den drei abrahamischen Religionen zu. Wie wird individuelle Freiheit jeweils religiös begründet und definiert? Worin werden ihre Möglichkeiten und Begrenzungen gesehen? Worin gründen soziale Ordnungen? Welche Maßregelungen für die Verletzung sozialer Werte sind vorgesehen? Ergeben sich daraus Perspektiven für religiöse und weltanschauliche Toleranz in multikulturellen Gesellschaften? Sind diese aus den verschiedenen religiösen Traditionen unterschiedlich begründet, und lässt ihre Zusammenschau eine eigene Bestimmung von „Säkularität“ zu? Die Tagung wendet sich in erster Linie an Geistliche, Lehrende und MultiplikatorInnen der drei abrahamischen Religionen.

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