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07.05. - 09.05.2010 (Fr-So) TgNr. 107171 Die Evolution der Religion Der Biologie hoffnungslos ausgeliefert? Wenn heute die alte Frage: „Was ist der Mensch?“ zunächst auch im Kontext der naturgeschichtlichen Herkunft von homo sapiens zu stellen ist, dann gilt auch: Wie die Kultur des Menschen insgesamt ist auch Religion in das evolutionäre Werden des Menschen eingebettet. Sind dann religiös-kulturelle Systeme quasi „nichts anderes als Biologie“ in anderer Gestalt? Ja, könnte die Antwort sein, Religion hat eine biologische Wurzel. Sie nutzt dem Überleben. Aber, so müsste es weiter heißen, Religion spiegelt mehr als jeder Überlebensvorteil primär Erfahrungen eines existentiellen Überschreitens wider. Sie ist Zeugnis einer kollektiven Antwortsuche auf die offenen Fragen einer neuen evolutionären Qualität, nämlich der des bewussten Da-Seins. Entstanden sind dabei Antworten in der Sprache eines „Offenbar-Werdens“, die sich dann in stabilen Traditionslinien verfestigen. Im Prozess des Lebendigen scheint jenes einmalige und selbstreflexive Potential auf, nach dem Leben und dem Tod, nach dem Umgreifenden zu fragen. Wie in diesem evolutionären Kontext die traditionelle Rede von „Gott und seiner Ankunft beim Menschen“ und wie schließlich die Auslegung der alten, bewährten „heiligen“ Texte neu zu entfalten ist, wird Kirche und Theologie über alle konfessionellen Grenzen hinweg zukünftig sicher nicht unberührt lassen. zurück zur Auswahl - Veranstaltungsprogramm - Anmeldung - Materialien
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