28.05. - 30.05.2010 (Fr-So) TgNr. 106141 Opferperspektiven ernst nehmen: Impulse zur Entwicklung von zivilgesellschaftlichen Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus
Rechtsextremismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen stand in den letzten Jahren im Mittelpunkt sozialwissenschaftlicher Forschung. Sie hat wesentliche Impulse für die Auseinandersetzung in der Beratungspraxis liefern können. Darüber hinaus wurde deutlich, wie anschlussfähig rechte Ideologiesegmente an die Diskurse der Mitte der Gesellschaft sind. Die Forderung nach einer entsprechend sensiblen Herangehensweise hat sich durchgesetzt.
Allerdings blieb die Auseinandersetzung dabei vor allem auf die Handlungen der Akteure der extremen Rechten gerichtet. Strategien gegen Rechtsextremismus gingen von der Beobachtung und Analyse der rechten Tätert aus. Die Opferperspektive wurde weitgehend außer Acht gelassen.
Experten regen an, das Augenmerk stärker als bisher auf diejenigen zu richten, die sich rechtsextremen, antisemitischen oder fremdenfeindlichen Anfeindungen ausgesetzt sehen. Die Bedrohung trifft aber nicht nur um einzelne Opfer. Vielmehr stehen grundlegende Fragen im Raum:
Welchen Schaden nimmt die Zivilgesellschaft als Ganze, wenn sie der erzeugten Angst und Gewalt nicht entschlossen entgegentritt, und welche Handlungsoptionen hat sie?
Wie entstehen Angsträume und was ist zu tun, damit sich die Betroffenen nicht bedroht, sondern geschützt fühlen?
Wie lassen sich Heranwachsende und Erwachsene in ihrer Wahrnehmung entsprechend sensibilisieren?
Diese Fragen stehen im Zentrum der Tagung. Im Gespräch mit Experten aus Forschung und Praxis sollen neue Impulse für die Debatte und Anregungen für die präventive und die intervenierende Arbeit gegeben werden.
Die Tagung möchte die Teilnehmenden dazu einladen, von ihren Erfahrungen zu berichten und Impulse und Projektideen einzubringen (entsprechende Wünsche bitte bei der Anmeldung zur Tagung angeben).