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24.09. - 26.09.2010 (Fr-So) TgNr. 107272
Gott im Werden der Welt. Wie können wir von Gott reden angesichts der heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse?

Moderne Naturwissenschaft und liberale Theologie im Dialog

Tagung ist ausgebucht

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse bestimmen die Art und Weise, wie wir die Welt im Großen wie im Kleinen wahrnehmen. Das hat Konsequenzen für eine Theologie, die am Gespräch mit den Naturwissenschaften interessiert ist. Sie wird sich fragen lassen müssen und sie wird neue Antworten vor dem Hintergrund ihres traditionsreichen Wissens suchen, um „auf der Höhe der Zeit“, gleichzeitig aber auch nicht anbiedernd, das interdisziplinäre Gespräch zu führen.

 

Insbesondere die Frage nach Gott stellt sich in drängender Weise neu: Wie kann von Gott gesprochen werden angesichts des heutigen naturwissenschaftlichen Wissens über den Kosmos, die Entstehung des Lebens und unseres Gehirns? Ein Wissen, das die Ereignisse der Welt und ihre Wechselbeziehungen dynamisch darstellt, das dem Werden einen Vorrang vor dem Sein einräumt und in dem ein statisch gedachter Gott nur wenig Bedeutung einnimmt?

 

In Kooperation mit dem Bund für Freies Christentum widmet sich die Arnoldshainer Tagung diesen Fragen. Sie konzentriert sich auf zwei Forschungsbereiche: Einmal die Kosmologie, die mit ihrem immer weiter fortschreitenden Eindringen in die Tiefen des expandierenden Weltalls und damit in die Geschichte des Kosmos von je her zentrale Gesprächspartnerin theologischer Überlegungen war und ist. Zum anderen die Hirnforschung. Sie hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend zu Anfragen an unser Verständnis von Menschsein und damit auch an die Theologie geführt, die längst nicht ausreichend beantwortet sind.

 

Flankiert werden die beiden Themenbereiche durch eine theologiegeschichtliche Einleitung, in der die Aufnahme naturwissenschaftlichen Wissens durch die Theologie der zurückliegenden beiden Jahrhunderte kritisch beleuchtet werden soll. Ein konkretes Gesprächsangebot könnte in einer prozesstheologisch orientierten Perspektive liegen, die dem dynamischen Werden der Natur am ehesten gerecht werden könnte und die zudem den vorsichtigen Blick auf ein Gottesbild ermöglicht, in dem sich traditionelle religiöse Erfahrungen und die Perspektive einer Schöpfung im Werden und damit Gottes im Werden der Welt anzunähern beginnen.

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