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03.09. - 04.09.2012 (Mo-Di) TgNr. 128161
Abschiedsszenen -

Trauer und Bestattung im Film

Menschen, die einem Sarg folgen: Es gibt nur wenige Szenen im Kino, in denen wir sofort erkennen, worum es sich handelt: eine Bestattung.

Dieses Ritual des Abschieds ist tief verwurzelt und verinnerlicht; das Kino muss die Dramatik dieses Abschiednehmens nicht neu erfinden, sondern kann uralte Bilder aufgreifen. Zugleich werden - wie bei kaum einem anderen Geschehen - eigene Erinnerungen wach und tiefe Gefühle geweckt.

 

Dabei dokumentieren Spielfilme nicht einfach die Riten der Bestattung, vielmehr können sie den Blick schärfen für einzelne Elemente des Abschiednehmens. Sie eröffnen damit nicht nur für KlinikseelsorgerInnen und PfarrerInnen die Möglichkeit, über den Umgang mit der Trauer und die Gestaltung der Bestattung neu nachzudenken. Was bedeutet es bspw., dass im Film häufig ein naher Freund oder ein Familienmitglied das Wort ergreift und auf das Leben des Verstorbenen zurückblickt? Warum wirkt die einzelne Anekdote dann stärker als die biografische Zusammenschau? Und darf in der Würdigung nur gut über den Toten gesprochen werden? Was heißt es, wenn am Sarg ein Witz erzählt und die Kleider-ordnung übergangen wird?

 

Anhand verschiedener Filme und Filmausschnitte aus unterschiedlichen Genres, Entstehungsländern und Kulturen wollen wir Neues entdecken und Altes vertiefen. Denn es scheint so, dass das, was wir im Ritus an Würde dem Toten gegenüber zum Ausdruck bringen, zugleich ein immer wieder neues Einüben des respektvollen Umgangs mit den Lebenden ist.

 

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