30.01. - 01.02.2009 (Fr-So) TgNr. 094141
Kindliche Sexualität - Konzepte und Kontroversen


Tagung ist ausgebucht

Existenz und Formen kindlicher Sexualität stellen bis heute ein äußerst kontrovers diskutiertes Thema dar. Die jahrhundertealte Tradition einer körper- und lustfeindlichen Sexualmoral begründete den Mythos des asexuellen, „unschuldigen“ Kindes, nach dem Kinder unbelastet von sexuellen Gefühlen, Phantasien und Handlungen heranwachsen und erst mit der Pubertät in die Welt des Sexuellen eintreten und ihre Unschuld verlieren. Demgegenüber entwickelte Sigmund Freud das Konzept einer infantilen Sexualität als tragende Säule seiner psychoanalytischen Theorie vom Menschen. Nach einer langen Phase der Liberalisierung ist heute nicht zuletzt aufgrund der breiten öffentlichen Debatte über sexuellen Missbrauch eine zunehmende Zurückhaltung bis hin zur offenen, häufig kategorischen Ablehnung des Sexuellen zu beobachten. Konterkariert wird diese Tendenz jedoch durch die Omnipräsenz von Sexualität im öffentlichen Raum, von Werbung auf Plakatwänden über Videoclips bis hin zu Telenovelas. Dadurch wird eine Dauererregung erzeugt, die unvermeidlich auch Kinder affiziert. Im pädagogischen Alltag hingegen findet kindliche Sexualität selten Beachtung; oft wird sie als Problem betrachtet, auf das man reagieren muss. Insgesamt herrscht große Unsicherheit bei ErzieherInnen und Eltern, ob und gegebenenfalls welche sexuellen Äußerungsformen von Kindern entwicklungsgerecht sind, wo und wann Interventionen geboten sind. Die Tagung will Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen, PädagogInnen, Lehrkräfte, ErzieherInnen, KinderärztInnen und PsychotherapeutInnen ebenso wie Eltern einladen, die verschiedenen Aspekten kindlicher Sexualität zu diskutieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie die sexuelle Entwicklung als Teil der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes angemessen und professionell begleitet werden kann.

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