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Die Evangelische Akademie Arnoldshain hat, wie andere Akademien auch, in den vergangenen Jahren verstärkt das Querschnittsthema Migration und Integration aufgegriffen und es mit entsprechenden Veranstaltungen im Martin-Niemöller-Haus stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Durch diese Aktivitäten wird - auch in Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg - , ein wichtiger gesellschaftlicher Dialog zwischen den gesellschaftlichen Gruppen mit und ohne Migrationshintergrund unterstützt; diese werden zukünftig immer stärker die Sozialstruktur in Deutschland prägen. Der fakten- und handlungsorientierte Austausch im fruchtbaren Akademie-Ambiente führte dazu, auch durch persönliche Begegnungen das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zu fördern, mannigfache Stereotype und Vorurteile abzubauen, sowie die vor uns liegenden wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und demographischen Herausforderungen gemeinsam zu erkennen und Möglichkeiten zu ihrer Bewältigung aufzuzeigen.

Das Forum der Evangelischen Akademie ermunterte darüber hinaus, ja forderte gerade dazu auf, über das Spannungsverhältnis zwischen längerfristigen ethisch-moralischen Verpflichtungen gegenüber Zuwanderern und kurzfristigen interessengeleiteten Aspekten von Migration und Integration zu reflektieren. Dies galt auch zur Rolle und Verantwortung von Vorbildern und von Medien. Weiter bestand die Gelegenheit, darüber zu sprechen, wie die noch unausgeschöpften Potenziale und Ressourcen gerade der jüngeren MigrantInnen im Interesse der gesamten Gesellschaft gehoben bzw. gefördert werden können. Schließlich bildeten sich mit solchen Veranstaltungen wichtige personelle Netzwerke für weitere Kontakte sowie für den Erfahrungsaustausch zu einschlägigen Projekten.

Dr. Hans Dietrich von Loeffelholz
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge


Der transatlantische Dialog, wie ihn die evangelische Akademie Arnoldshain führt, fördert das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschen und Amerikanern, das wir brauchen, um von einander zu lernen und um bei Divergenzen konstruktiv miteinander umzugehen. In Deutschland kann ein solcher Dialog auch dazu dienen, antiamerikanische Stereotype und Vorurteile abzubauen, die eine gute Beziehung auf Dauer belasten. Darüber hinaus bietet die evangelische Prägung der Akademie die Chance, intensiv über das Spannungsverhältnis von Ethik und Interesse, persönlicher moralisch und religiös motivierter Entscheidung und gesellschaftlicher Verantwortung zu reflektieren.
Ein wichtiges Arbeitsfeld der evangelischen Akademien und anderer zivilgesellschaftlicher Akteure ist auch die Heranbildung einer neuen Generation von Transatlantikern und die Förderung eines personellen Netzwerks zwischen jüngeren Deutschen und Amerikanern.

Karsten D. Voigt
Beauftragter der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen


Die Evangelische Akademie Arnoldshain ist für mich in mehr als drei Jahrzehnten als Mitglied des Arbeitskreises „Naturwissenschaft, Ökologie, Technik“ längst zu einer unverzichtbaren Institution geworden. Werteorientierung, Verantwortbarkeit, Nachhaltigkeit, öffentliche Akzeptanz – dies sind Pole des Spannungsfeldes, in dem sich heute wissenschaftlich - technischer Fortschritt vollzieht. Ein frühzeitiger interdisziplinärer Dialog auch unter Einbeziehung der Geisteswissenschaften und eine sachliche Kommunikation mit der Öffentlichkeit sind erfolgsbestimmende Faktoren jeder Entwicklung. Die Bereitstellung neuen Wissens durch die Naturwissenschaften impliziert die Forderung nach dessen Verbreitung. Technik ist kein Akt ingeniöser Selbstverwirklichung, sondern dem Wohl der Menschen verpflichtet. Der Klausurcharakter der Arnoldshainer Tagungen führt Menschen zusammen, denen interdisziplinäres Denken, transdisziplinärer Diskurs, zielorientiert kritischer Dialog und die Suche nach verantwortbaren Lösungen der Weltprobleme ein inneres Bedürfnis ist. In der Arnoldshainer Mikrowelt der offenen Kommunikation kann jeder seine Gedanken und Projekte auf den Prüfstand stellen, die sich später in der Makrowelt der Gesellschaft und der Wirtschaft bewähren müssen.

Prof. Gerhard Kreysa
Geschäftsführer der DECHEMA Gesellschaft für Chemische
Technik und Biotechnologie e.V.


Die Evangelische
Akademie Arnoldshain ist für mich eine der Orte in Deutschland, die ich als Heimstatt für kritische und offene Diskurse zu zentralen Fragen der Lebensorientierung empfinde. Dass hierzu seit Jahren die Fragen der schulischen Bildung gehören und dabei die Bereitschaft glaubwürdig nachweisbar ist, kontroverse Diskurse in sachlicher und fairer Weise anzustreben und mit einer ehrlichen, menschengerechten Kultur in einer offenen Teilnehmerschaft diese auszutragen, findet meine große Hochachtung. Die Evangelische Akademie Arnoldshain lebt für mich damit das Beispiel einer offenen, zugleich werteorientierten Kultur vor, die mir gerade im Bereich der Bildungsgestaltung in allen Zonen der gesellschaftlichen Auseinandersetzung anstrebenswert zu sein scheint.

Bernd Schreier
Direktor
Institut für Qualitätsentwicklung