Freihandel zwischen Ethik und handelspolitischen Interessen
Wirtschaftspolitisches Forum

Evangelische Akademie Frankfurt
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Dr. Brigitte Bertelmann, Prof. Dr. Dr. Barner, Johannes Grün, PD Dr. Ulrich Thielmann, Jakob von Weizsäcker
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Dr. Ulrich Thielemann - Direktor MEM - Denkfabrik für Wirtschaftsethik, Berlin
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Dipl.-Ökonomin und Referentin i.R., Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN

Die Veranstaltung hatte das Ziel, gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit entwicklungspolitischem Schwerpunkt darüber zu reflektieren, wie ein tragfähiges Handelssystem aussehen kann, das der ökonomischen Zersplitterung der Welt entgegenwirkt. Im Zentrum stand die Frage, wie Wirtschafts- und Handelspolitik in einer globalisierten Ökonomie gestaltet werden kann und welchen Spielregeln der Freihandel folgen sollte, um ungleiche Voraussetzungen der Handelspartner ausgleichen zu können. Galt Freihandel unlängst noch uneingeschränkt als das Credo, von dem sich insbesondere die westlichen Industrienationen leiten ließen und auf dem sich ihr Wohlstand begründete, so hat neuerdings die Diskussion um den Freihandel eine andere Richtung eingeschlagen, seitdem die amerikanische Regierung oder auch einige Politiker innerhalb Europas mehr Protektionismus zugunsten nationaler Handelsinteressen fordern.

Die Veranstaltung zielte darauf, unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen zu lassen und miteinander in Dialog zu bringen. Als Referenten wirkten mit: PD Dr. Ulrich Thielemann, Wirtschaftswissenschaftler, Begründer und Direktor des wirtschaftsethischen Forschungszentrums MeM – Denkfabrik, Berlin; Professor Dr. Dr. Andreas Barner, der ehemalige, langjährige Vorstandsvorsitzende der Unternehmensleitung von Boehringer, Ingelheim, eines führenden Pharmaunternehmens; Jakob von Weizsäcker (SPD) als Vertreter der Politik, der als Abgeordneter des Europäischen Parlaments insbesondere die europäische Perspektive in die Diskussion einbrachte; Johannes Grün, Referatsleitung des Bereichs Wirtschaft und Umwelt bei Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Berlin, sowie die Moderatorin Dr. Brigitte Bertelmann, Dipl.-Ökonomin und langjährige Referentin im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN.

Den einführenden Impulsvortrag hielt der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann. Mit seinen kritischen Positionen, der die Grundfrage stellte, ob es denn prinzipiell immer mehr Freihandel geben müsse, auch wenn dies, so seine These, auf immer mehr Deregulierung und wachsende Leistungsungleichheitsbilanzen sowie eine sich verschärfende Einkommenspolarisierung hinausliefe, bot der Referent einen markanten Einstieg in die Thematik, dessen Thesen im weiteren Ablauf der Veranstaltung differenziert und kontrovers diskutiert wurden. Sowohl Professor Barner als auch der SPD- und Europa-Politiker Jakob von Weizsäcker rückten die Vorzüge des globalen Welthandels in den Vordergrund. Johannes von Grün machte in seinem Plädoyer entwicklungspolitische Aspekte geltend und argumentierte, dass Handelsabkommen stärker auf den Ausgleich von Ungleichheiten zielen und Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen müssten. Jakob von Weizsäcker votierte für die Notwendigkeit einer sozialen Marktwirtschaft auf globaler Stufe. Dieser Position konnten sich alle Mitwirkenden auf dem Podium anschließen.

Die Veranstaltung setzte sich fundiert mit der Thematik Freihandel und den Strategien für eine gerechte Handelspolitik auseinander. Sie zeichnete sich durch hohe Qualität und differenzierte Betrachtungen seitens der Referenten und der Moderation aus, die durch fachkundige Wortbeiträge aus dem Publikum ergänzt wurden. Vielfach wurde in der Diskussion auch auf das aktuelle Heft der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema „Freihandel“ Bezug genommen, das zwei Wochen vor der Veranstaltung erschienen war. Klar erkennbar, wie aktuell die Thematik weiterhin ist. Virulent bleibt die Frage, ob Freihandel und Globalisierung handelspolitische Konzepte sind, die angesichts protektionistischer Tendenzen nunmehr der Vergangenheit angehören, oder welche Institutionen und Akteure zukunftsweisende Spielregeln eines gerechten und tragfähigen Handelssystems bestimmen werden.

"Ernesto, sprach die Frau Mama..."

Die 68er zwischen Geschichte und Tradition

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Die Tagung bestand aus unterschiedlichen Gesprächsformaten: Die gemeinsame Ausgangslage schaffte ein Vortrag von Prof. Dr. Meike Baader, die den Blick auf die Vielfältigkeit der Motive und Ideen „der 68er“ warf und am Beispiel der Kinderladen-Bewegung verdeutlichte, welche gesellschaftlichen Themen damals im Fokus standen. Dabei schaffte sie Querverweise auf parallel stattfindende Prozesse und Debatten zu dieser Zeit, die teilweise noch heute sichtbar sind. (Feminismus, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gender-Fragen, Rollenverhältnisse in Familien etc.).

Am Abend des 9.03. schloss daran eine Lesung und ein Gespräch mit Martin Miller an, der als Kind von Alice Miller nochmals einen sehr emotionsgeladenen Blick auf seine Familiengeschichte warf, die in besonderer Weise die Ambivalenzen der Zeit spürbar und sichtbar machte. Die Eltern, die zum Teil Nazi-Vergangenheiten hatten, die sich dann aber in der Entwicklung einer neuen Erziehung einbringen.

Der Samstag begann mit einer Podiumsdiskussion mit Frau Prof. Dr. Baader (wissenschaftliche Perspektive), Robert Wolff (Nachwuchswissenschaftler und „Kindergeneration“) sowie Dr. Diether Dehm (Zeitzeuge). Hier wurde nochmals gezielt auf die Ambivalenzen der Zeit und der 68er-Generation in ihrer weiteren Entwicklung eingegangen. Welches Verhältnis haben damalige Aktivisten zu Themen wie Gewalt, Sexualität, Erziehung, staatlicher Macht und schließlich auch zu den heiklen Fragen zur Haltung gegenüber Israel. Hier wurde zum Teil sehr kontrovers argumentiert und auch das Publikum brachte sich mit ihrer Sichtweise in die Diskussion ein.

Zum Abschluss der Tagung wurde das Thema Bildung nochmals in den Fokus gestellt. In einem Streitgespräch diskutierten Vertreterinnen einer Freien Schule, die aus der 68er-Bewegung entstanden war, einer ehemaligen Schulleiterin an einer staatlichen Schule sowie Prof. Dr. Bernhard Dressler über die Entwicklungen im Bildungssystem in den letzten 50 Jahren. Auch hier beteiligten sich viele Gäste im Publikum – insbesondere Pädagoginnen und Pädagogen.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten war jeweils viel Zeit eingeplant für den intergenerationellen Dialog und den persönlichen Austausch über die Themen der Tagung.

Die Zukunft der transatlantischen Beziehungen
Gemeinsame Interessen, Werte und Herausforderungen

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Donald Trump hat mit seiner Politik das transatlantische Verhältnis gründlich verändert. Das aktuell in Deutschland wahrzunehmende starke Interesse an der Frage, wie sich die transatlantischen Beziehungen weiterentwickeln werden, bildeten den Ausgangspunkt der Veranstaltung. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit namhaften USA-Experten darüber zu reflektieren, wie der derzeitigen Entwicklung entgegenwirkt werden kann: die von vielen auf beiden Seiten des Atlantiks empfundene Abkoppelung der USA von der von den Vereinigten Staaten nach 1945 aufgebauten Nachkriegsordnung. Das Konzept der Veranstaltung bestand darin, je zwei fachlich ausgewiesene amerikanische Experten mit zwei Experten aus Deutschland in einen Dialog zu bringen. Im Zentrum stand die Frage, was politisch und ökonomisch geschehen muss, damit die transatlantischen Beziehungen basierend auf gemeinsamen Werten nachhaltig weiterentwickelt werden können und nicht in ihren Grundfesten beschädigt werden. Dabei ging es auch um die Frage, wie Politik und Zivilgesellschaft in Deutschland, Europa und den USA Tendenzen entgegenwirken können, die die freiheitliche Demokratie des Westens in Frage stellen. Diskutiert wurden insbesondere auch folgende Aspekte: die Signalwirkung von Trumps Steuerreform und ihre Folgen; die Außenpolitik der amerikanischen Regierung, insbesondere das Verhältnis zu Russland, die Ergebnisse der Münchener Sicherheitskonferenz, die Auswirkungen der amerikanischen Außenpolitik auf NATO und UN, mögliche transatlantische Handelskonflikte angesichts der von amerikanischer Seite angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sowie weitere Kernpunkte von Trumps Handels- und Sicherheitspolitik und deren Auswirkungen auf das transatlantische Verhältnis.

Die Podiumsdiskussion zeichnete sich dank der hochkarätigen Referenten durch tiefgründige und differenzierte Analysen aus und beleuchtete alle oben genannten Kernfragen. Auch war die Resonanz auf die Veranstaltung außerordentlich groß, und die Teilnehmenden beteiligten sich lebhaft und mit fundierten Beiträgen an der Diskussion. Aufgrund der Kooperation einschlägiger regionaler und überregionaler Kooperationspartner – das US-Generalkonsulat Frankfurt, die Junge Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und die Frankfurter Rundschau als Medienpartner – gelang es, eine breit gefächerte Zielgruppe anzusprechen. Mitwirkende der Veranstaltung waren: Peter S. Rashish, Wirtschaftsberater, Senior Fellow und Leiter des „Geoeconomics Program“ am American Institute for Contemporary German Studies (der Johns Hopkins University) in Washington, D.C., der Amerikanistikprofessor Crister S. Garrett, Lehrstuhlinhaber an der Universität Leipzig; der Politikwissenschaftler Dr. Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin und die WDR-Fernseh-Journalistin und ehemalige Washington-Korrespondentin Ina Ruck. Kompetent moderiert wurde das Podium von Andreas Schwarzkopf von der Frankfurter Rundschau.

„Rache“ in Oper, Literatur und Film

Die Tagung analysierte das Phänomen der „Rache“ aus interdisziplinärer Sicht.  Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Rache nicht nur im antiken Drama beschrieben, sondern bis heute auch Thema im Gerichtssaal ist: reale Straftaten, bis hin zum Mord, werden aus Rache („niedere Beweggründe“) begangen. Erinnern wir uns nur an den Fall Marianne Bachmeier, die den Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschießt, oder an sogenannte „Ehrenmorde“. Ob in zwischenmenschlichen Beziehungen, der Arbeitswelt oder in der Politik: bis heute lebt die Rache als eine Antwort des Menschen auf erlittene Ungerechtigkeit.

 

Zu Wort kamen bei der Tagung u.a. Juristen, Philosophen, Mediziner, Ethiker, Literatur-, Film- und Kulturwissenschaftler. Jedem Referenten standen 90 Minuten inklusive Diskussionszeit zur Verfügung, was eine intensive Auseinandersetzung mit der vorgetragen Thematik ermöglichte. Besonders zu erwähnen in Hinblick auf die Zusammensetzung der Teilnehmer ist, dass die Tagung in Kooperation mit der Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht der Justus-Liebig-Universtät Gießen stattfand und neben Herrn Prof. Dr. jur. Bernhard Kretschmer auch Mitarbeiter seines Lehrstuhls und Studierende der Rechtswissenschaft teilnahmen.

 

Freitag

Nach einer Einführung zum Phänomen der Rache durch Herrn Prof. Dr. phil. Kurt Bayertz vom Philosophischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, folgte der erste Beitrag durch den Literatur- und Filmwissenschaftler Prof. Dr. Matthias Hurst vom Bard College in Berlin. Prof. Hurst ordnete den Film Blinde Wut (Originaltitel „Fury“, USA 1936) in das Gesamtwerk des Regisseurs Fritz Lang ein, der 1934 aus Deutschland in die USA emigrierte. Blinde Wut war Langs erster Spielfilm in den USA und schildert die beklemmende Wandlung des unbescholtenen Bürgers Joe Wilson, der zu Unrecht der Entführung eines Mädchens bezichtigt wird, in einen zornigen Rächer. Ein aufgestachelter Mob (bis dato „unbescholtene Bürger“ allen Alters, Geschlecht und sozialer Stellung) war zur Lynchjustiz bereit, steckte das Gefängnis in Brand, in dem der Verdächtige Joe Wilson den Tod zu finden scheint. Durch eine glückliche Fügung konnte er jedoch unerkannt entkommen und will sich nun in gnadenloser Verbitterung an seinen Peinigern rächen.

Der Film lässt Grundelemente erkennen, die mit der Rache häufig verbunden sind:

  • Rache ist eine Antwort des Menschen auf erlittenes Unrecht.
  • Die Zivilisation mit ihrer Gerichtsbarkeit hat Verfahren etabliert, die den Zwang zur Rache vom Opfer loslöst und der Rechtsprechung zuweist.
  • Ziel der Rechtsprechung ist nicht „blinde Wut“ (Rache), sondern Wiederherstellung der Gerechtigkeit. Es soll ein Ausgleich geschaffen werden.
  • Maßgeblich für das westliche Verständnis ist das alttestamentarische „Auge und Auge, Zahn um Zahn“, das nicht auf Vergeltung aus ist, sondern auf eine Unterbrechung der Eskalation der Gewalt. Die Rache soll eben nicht zu einer größeren Verletzung führen als die erlittene.
  • Bevor die Rechtsprechung etabliert war, müssen andere „Gesetze“ dafür sorgen, dass die Gerechtigkeit wieder hergestellt wird (das ist der klassische Hintergrund des Western-Genre, denn dies spielt in der Welt der frontier, dem neu eroberten Westen, in dem die Zivilisation mit Gesetzbuch, Richtern, Gesetzeshüter, Gefängnis u.ä. weder vollständig etabliert noch von den Bürger/innen vollständig akzeptiert ist).
  • Nachdem die Rechtsprechung in der Gesellschaft etabliert und allgemein akzeptiert ist, muss (und darf) der Einzelne seine Rache nicht mehr selbst ausführen. Wenn „das System“ jedoch versagt, der Täter zwar überführt, aber bspw. durch Verfahrensfehler freigesprochen werden muss, bleibt das Bedürfnis nach Rache und Vergeltung unbefriedigt. Für die Literatur und den Film ein „klassischer“ Ausgangspunkt, der den friedfertigen Einzelnen zum Rächer werden lässt. Fritz Langs Film „Blinde Wut“ beschreibt diese Situation: Joe Wilson ist zutiefst enttäuscht:
    • „Das Gesetz weiß nicht, dass viele Dinge, die mir wichtig waren – alberne Dinge, wie der Glaube an Gerechtigkeit, die Vorstellung, dass alle Menschen zivilisiert sind, und das Gefühl des Stolzes auf mein Land, das anders sei als all die anderen – das Gesetz weiß nicht, dass diese Dinge in jener Nacht in mir verbrannten.“

 

Samstag

Am Samstag Vormittag widmete sich Prof. Dr. phil. Horst-Jürgen Gerigk von der Universität Heidelberg, der Rache des „Grafen von Monte Christo“. Gerigk verwies darauf, das Peter Sloterdijk in seinem Buch „Zorn und Zeit“ (Frankfurt/M., 2006) dem Trieb nach Rache nachgeht. Für Sloterdijk hat Alexandre Dumas mit der Gestalt des Grafen von Monte Christo eine moderne Ilias geschaffen, einen Helden, der von Neidern und Karrieristen denunziert wird, vierzehn Jahre unschuldig im Gefängnis sitzt, um nach seiner Flucht ausschließlich für die Erfüllung seiner Rachepläne zu leben.

 „Titel und Handlungsverlauf des Romans ließen keinen Zweifel daran, daß Dumas die Geschichte eines Messias erzählen wollte, der wiederkehrte, um Rache zu üben“ (Zorn und Zeit, S. 275).

 

Auch hier ist es „das gesellschaftliche System“, das korrupt ist. Der zu Unrecht Verurteilte versucht sich mit legalen Mitteln Recht zu verschaffen, doch er findet kein Gehör. Fortan lebt er nur für die Rache.

 

Wie in Blinde Wut verändert dieser Drang nach Rache das Wesen und den Charakter des Protagonisten Edmond Dantès, der nach seiner Flucht den märchenhaften Schatz seines früheren Mitgefangenen findet und zum geheimnisumwitterten Grafen von Monte Christo wird.

 

Wie sehr die Rachegedanken das Wesen der Menschen geradezu vergiftet, hat kaum jemand eindrücklicher dargestellt als William Shakespeare. Dr. phil. Marga Munkelt vom Englisches Seminar der Wilhelms-Universität Münster und ausgewiesene Shakespeare-Expertin, analysierte verschiedene Rachemotive, aber auch Erkenntnisse etwa bei Macbeth, dass die Folgen seiner schrecklichen Mördertaten auf ihn selbst zurückfallen werden („Blood will have blood“)

 

Der Samstag Nachmittag stand ganz im Zeichen der Rachemotive in der Oper. Auf den ersten Blick scheint es, dass das Recht stets versucht habe, Rache einzudämmen. So ist das alttestamentarische „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ gerade kein (!) Aufruf zur Rache (wie vielfach mißverstanden), sondern es geht hierbei um die Eindämmung ausufernder Rache: es soll „nur“ das gleiche Maß an Vergeltung zur Anwendung kommen wie in der Tat und nicht mehr! Nun hat kürzlich Philipp Ruch in einer bemerkenswerten Studie gezeigt (Ehre und Rache, Frankfurt 2017), dass das antike Racherecht nicht nur ein Zuviel an Rache ahndete und die überschäumenden Affekte zügeln wollte, sondern auch ein Zuwenig! So gab es Gesetze, die bei einem Ehebruch verlangten, dass nicht nur den Ehebrecher, sondern auch die Frau – selbst wenn sie vergewaltigt wurde – umgebracht werden musste. Das heißt: das antike Recht genehmigte nicht nur eine gewalttätige Rache – es verlangt sie sogar, es „presste sie ab“. Das führt zu einer steilen These: Die Geschichte des Rechts kann nicht einfach nur als Geschichte der Kultivierung und Domestizierung physischer Gewalt erzählt werden, sondern im Übergang von homerischer zu archaischer Zeit wurde die Rachegewalt erst durch das Recht hervorgerufen! In Aischylos’ Orestie bzw. Orest in der Oper von Richard Strauss’ Elektra wird dies deutlich: Auch wenn der Sohn seinen ermordeten Vater nicht rächen will: das Recht verlangte die Rache. Ob die Rache – wie Ruch darlegt - gerade keine (!) anthropologische Größe ist, kein unentrinnbarer menschlicher Affekt, sondern ein Rechtskonstrukt, wurde bei der Tagung diskutiert.

 

Anhand von zwei Beispielen wurde die Spannbreite der musikalisch vermittelten Stimmung und dramaturgischen Inszenierung in der Oper deutlich: Prof. Dr. phil. Niko Strobach vom Philosophisches Seminar der Wilhelms-Universität Münster, ging der Rache in Richard Strauss’ Elektra nach, Prof. Dr. phil. Kurt Bayertz der Rache der Frauen in Mozarts Don Giovanni und setzte es in Beziehung zur aktuellen #MeToo-Debatte. Denn im Gegensatz zum häufigen Mißverständnis handelt es sich bei Mozarts Don Giovanni keineswegs um einen strahlenden Frauenhelden, denn er ist kein Sympathieträger. Aber er beeindruckt und entwaffnet alle durch seine Unverfrorenheit, mit der er sich alles nimmt, was er kriegen kann. Als er den Vater von Donna Anna tötet, schwört diese Rache, doch ihre Rache muss ebenso lange auf sich warten, wie die anderer Frauen und Männer, da alle scheinbar so fasziniert sind von Don Giovanni, dass sie ihre eigenen Rachepläne nicht verwirklichen können. Wenn diese Frauen und Männer unfähig sind, ihre Rache umzusetzen, muss in der Oper ein Toter zur Hilfe kommen. Er fordert Don Giovanni auf zu bereuen, was dieser verweigert. Daraufhin öffnet sich die Erde und verschlingt ihn. Umstritten ist die Deutung: Ist es die Hölle, die sich auftut und den Sünder verschlingt? Ist es ein moralisches Urteil? Eine höhere Ordnung?

Zwei Aspekte sollen aus der Debatte festgehalten werden: In Elektra werden die Folgen deutlich, sich der Rache verschrieben zu haben. Elektra lässt sich auch äußerlich gehen, nichts ist ihr mehr wichtig, nur der Gedanke an Rache lässt sie leben. Zeit ist dabei kein Faktor, der die Rachegedanken besänftigt. Und wenn man/frau selbst zur Ausübung der Rache nicht fähig ist oder die Möglichkeiten fehlen, muss sich Anderer bedient werden. Dies wird auch in Mozarts Don Giovanni deutlich. Die Vorsätze sind gefasst, die Rache beschlossen, aber Don Giovanni ist eine derart schillernde Figur von entwaffnender Unverfrorenheit, dass die Rächer immer wieder Abstand nehmen von ihren Vorhaben. Der Zuschauer will jedoch beim Anblick dieses Weltentheaters (und die literarische Grundlage von Don Giovanni ist ein Volkstheaterstück) die Wiederherstellung des Gleichgewichts erleben. Gerechtigkeit soll und muss hergestellt werden. Ob durch die Protagonisten auf Erden, den Einbruch des Göttlichen oder im Jenseits.

 

Dass Rache einen langen Atem hat, wurde am Samstag Abend durch den Film In ihren Augen erneut deutlich. Der argentinische Spielfilm aus dem Jahr 2009 gewann den Oscar als bester fremdsprachiger Film und war in Argentinien die meistgesehene einheimische Produktion der letzen 35 Jahre. Der Film verknüpft geschickt eine unglückliche Liebesgeschichte mit einem Kriminalfall und einer gesellschaftspolitischen Tragödie: Der pensioniert Gerichtsbeamte Esposito beschließt einen Roman zu schreiben über einen Fall, der lange zurückliegt und ihn nicht loslässt: die Vergewaltigung und Ermordung der jungen Liliana. Es gelang zwar, den Täter zu überführen und zu verurteilen, doch dieser wurde nach kurzer Zeit von der argentinischen Militärdiktatur als Spitzel angeworben und kam frei. Alle Versuche, den Täter seiner gerechten Strafe zuzuführen, blieben erfolglos.

25 Jahre später macht Esposito den Witwer von Liliana ausfindig und muss feststellen, dass dieser eigenmächtig grausame Rache an dem Täter verübt hat.

 

Im Spielfilm In ihren Augen ist es der Staat, bzw. die Militärdiktatur, die ihre Bürger nicht schützt und Willkür walten lässt. Von einer Justiz in einer Militärdiktatur kann der Bürger keine Gerechtigkeit erwarten. Der Film lässt die Hauptfigur, den Gerichtsbeamten Esposito, ebenso verstört zurück wie den Zuschauer, nachdem dieser erkennen muss, welch grausame Rache der Witwer verübt hat. – Wie aber, so die übergeordnete Frage, lässt sich Gerechtigkeit herstellen, nachdem Bürgerinnen und Bürger in einem Unrechtsstaat Ungerechtigkeit erlitten haben? Die politischen Beispiele im 20. Jahrhundert sind zahlreich (etwa Argentinien, Griechenland, Spanien), die Wege der Aufarbeitung höchst verschieden (siehe Südafrika).

 

Sonntag

Dass es auch innerhalb eines demokratischen Rechtssystems zum Scheitern kommt und sich Rache Bahn bricht, zeigten am Sonntag Vormittag Prof. Dr. iur. Bernhard Kretschmer von der Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht der Justus-Liebig-Universität Gießen und Dr. Kurt Schmidt. Zu Beginn des für 11 Oscars nominierten Meisterwerks von Francis Ford Coppola Der Pate (USA 1972) bittet ein Bestattungsunternehmer den „Paten“ seiner Tochter um Rache an den drei Halbstarken, die versucht hatten, seine Tochter zu vergewaltigen und nachdem ihnen dies nicht gelungen war, sie derart mißhandelt hatten, dass sie ihr Leben lang entstellt bleiben wird. Auch hier war zuerst alles „lege artis“ verlaufen: Die Polizei war eingeschaltet worden, eine Strafanzeige gestellt, die Täter verhaftet und vor Gericht gestellt. Dort erhalten sie eine Bewährungsstrafe und verlassen den Gerichtssaal mit höhnischem Grinsen. Der Vater, italienischer Einwanderer, hatte bis dato an Amerika und seine Werte geglaubt, ist nun tief enttäuscht und bittet den Paten um die Wiederherstellung der Gerechtigkeit.

Hier ist es also nicht das Opfer selbst, das Rache übt, sondern der Vater wendet sich an eine andere Institution, die parallel zum Staat existiert – und sogar mächtiger als der Staat ist, da sie viele Vertreter des Staates bestochen hat, die Mafia. Ihre Vertreter kennen die politischen Spielregeln und halten sich im Hintergrund.

 

Dieses Wissen um die „Spielregeln“ macht sich auch ein besonderer Typus des Rächers zunutze, der in dem Roman von John MacDonald erscheint: Max Cady. Zwei Verfilmungen aus den Jahren 1962 (mit Robert Mitchum) und 1991 (mit Robert de Niro) setzen die Erzählung um: ein sadistischer Straftäter wird verurteilt und will sich nach seiner Entlassung an seinem Pflichtverteidiger rächen. (In der Verfilmung von 1991 hat dieser sogar entlastende Beweise unterschlagen). Für seine Rache studiert Max Cady im Gefängnis juristische Fachliteratur, um den Anwalt (und das Rechtssystem) mit den eigenen Mittel zu schlagen. Die Botschaft ist düster: Nicht nur das Rechtssystem kann im Einzelfall versagen, dass Rechtssystem kann sogar dazu benutzt werden, grausame Straftaten (Rache) zu üben, ohne dafür belangt werden zu können. Dies führt zu einer unaufhaltsamen Spirale der Gewalt.

 

Kann nun die göttliche Ordnung diese Spirale der Gewalt beenden? Bereits Sloterdijk hatte in dem oben zitierten Buch „Zorn und Zeit“ die Rede vom Zorn Gottes aufgegriffen. In den biblischen Geschichten rächt Gott nicht nur das Vergehen der Menschen, sondern am Ende aller Tage steht das Jüngste Gericht bevor und die Rache des Weltenrichters. Prof. em. Dr. phil. Hermann J. Real vom Englischen Seminar der Wilhelms-Universität Münster ging am Ende der Tagung den eschatologischen Gedanken Jonathan Swifts und seiner Zeitgenossen nach. Wird die Sehnsucht des Menschen, dass die erlittene Ungerechtigkeit wieder ins Gleichgewicht gebracht werden möge, auf Erden nicht erfüllt, verlagert sich diese Sehnsucht ins Jenseits. Die Vorstellungen des Jüngsten Gerichts können dabei von ungeheuerer Stärke sein. Sie sprengen die menschliche Vorstellungskraft, wenn sie etwa in einer ganz anderen Richtung verlaufen und statt Zorn und Rache von Allversöhnung gesprochen wird. Hier kollabieren die Pole von Himmel und Hölle. Interessanterweise gelingen in Film, Literatur und Oper die Bilder der Versöhnung kaum. Sie wirken „aufgesetzt“ oder werden vom Filmstudio – wie bei Fritz Lang gegen die Intension des Regisseurs - „angeordnet“.

 

Das versöhnende Ende in Blinde Wut und im Grafen von Monte Christo wird durch die Liebe der Verlobten eingeleitet. Damit endet zugleich der Erzählstrang. Zurecht, wie Sloterdijk betont, denn von dem Menschen, der sich von der Rache abwendet und seine Rachepläne nicht weiter verfolgt, will das Publikum nichts mehr wissen. „Wer den Fahneneid auf den Geist der Rache bricht, hat den Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit verloren.“ (Zorn und Zeit, S. 281) Rache erscheint als Bedürfnis des Lesers, es funktioniert als Motiv in der Unterhaltungsindustrie. Sie bricht sich vor allem dann Bahn (in der Fiktion und im wahren Leben), wenn die Institutionen und die Strukturen des gesellschaftlichen (Rechts)Systems darin versagen, eine ausgleichende Gerechtigkeit zu schaffen.

„Wie Hoffnung wachsen kann“ – ein Gespräch mit Sumaya Farhat-Naser

Evangelische Akademie Frankfurt
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Zur Veranstaltung mit der christlichen Palästinenserin Dr. Sumaya Farhat-Naser und Pröpstin i. R. Gabriele Scherle kamen etwa 120 Personen, der Panoramasaal war damit sehr gut gefüllt. Frau Farhat-Naser berichtete über die derzeit besonders angespannte Situation in Palästina und die von ihr initiierten und begleiteten Friedensprojekte. Frau Scherle, die in den 80er Jahren stellvertretende Vorsitzende von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste war, brachte dabei die israelische Perspektive ins Spiel. Einig waren die Podiumsteilnehmerinnen sich darin, dass Empathie für die jeweils andere Seite unerlässliche Voraussetzung des Friedensprozesses im Nahen Osten sei, dass die Perspektive der Opfer auf beiden Seiten vorrangig zu berücksichtigen sei und dass der Weg zum Frieden nur über konsequente Gewaltfreiheit führen könne. Nach einer Einführung von Studienleiter Dr. Eberhard Pausch, der die aktuelle Situation im Nahen Osten im Anschluss an Herfried Münkler und Frauke Adrians in Beziehung zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) setzte, moderierte Dr. Thomas Wagner von der Katholischen Akademie Rabanus Maurus (Haus am Dom) das Podium und die Plenumsdiskussion. Die Friedenspfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Sabine Müller-Langsdorf vom Zentrum Ökumene, sprach einen Abschlusssegen. Auch das Evangelische Studienwerk (Villigst e.V.) war mit einem Grußwort auf der Tagung präsent. Die Pfarrerin des Studienwerks, Dr. Kerstin Söderblom, erinnerte an das Engagement des Studienwerks für die Versöhnung zwischen Israel und Palästina und wies darauf hin, dass sowohl Frau Dr. Farhat-Naser als auch Frau Scherle als auch Dr. Pausch Villigster StipendiatInnen gewesen seien. Das Engagement für den Friedensprozess im Nahen Osten, das durch die weltpolitischen Entwicklungen (unter anderem die US-Präsidentschaft von Donald Trump) nicht einfacher geworden sei, bleibe auch in Zukunft ein zentrales Thema für die evangelische und die katholische Kirche, ihre Akademien und das Evangelische Studienwerk.

Das 11. Tehillim-Psalmen-Konzert im Juni 2018

Das 11. Tehillim-Psalmen-Konzert des Interreligiösen Chors Frankfurt widmete sich Psalm 19, der zu den sog. „Schöpfungspsalmen“ gezählt wird. Das heißt, in ihm wird Gott als Schöpfer der Welt und die Welt als Gottes großartige Schöpfung besungen, die durch ihre Schönheit vom Schöpfer kündet und ihn ehrt. Anders als in den polytheistischen antiken Religionen wird die Sonne in Psalm 19 nicht selbst als eine Gottheit verstanden. (Und selbst das außergewöhnliche, monotheistisch anmutende Gottesverständnis des ägyptischen „Ketzerkönigs“ Echnaton denkt ja die Sonne als Gottheit, wenn auch als die einzige, konkurrenzlose göttliche Wesenheit im Universum.)

Eine Gottheit ist die Sonne für den Dichter (oder war es eine Dichterin?) des 19. Psalms eben nicht, sondern „bloß“ ein Geschöpf. Jedoch auch kein niederes Geschöpf, keine bloße „Lampe“, wie im 1. Buch Mose (Kapitel 1, Verse 14-19), sondern ein herrliches Geschöpf, das in wunderbaren, recht unterschiedlichen Bildern geehrt wird: Sie sei wie ein Bräutigam, der aus seiner Kammer trete, wie ein Mensch in seinem Zelt und wie ein Held, der seine Bahn um die Welt laufe und dessen Blick nichts Irdisches verborgen bleibe. Weil aber alles Irdische im Licht der Sonne offenbar wird, fällt der Blick wieder auf den Menschen zurück. Er steht vor Gott da als einer, der sich zu seinem Gesetz und seinen Geboten zu verhalten hat. Die innere Logik und Bewegung des Psalms führt somit vom Himmel und vom Weltall hin zur Erde und zum Menschen. Es lohnte sich für alle Beteiligten, in Konzert und Reflexionsgespräch dieser Dynamik zu folgen und sich ihrer interpretativen Kraft auszusetzen.

Die Chorleitung des Interreligiösen Chors Frankfurt liegt seit der Gründung in den Händen der evangelischen Kantorin Bettina Strübel und des jüdischen Chasan Daniel Kempin. Die Chorarbeit wird getragen von einem im Jahr 2014 ins Leben gerufenen Verein. Durch die Mitwirkung auch islamischer Sängerinnen und Sänger handelt es sich um ein Projekt, das dem Trialog, der Religionen und Kulturen dient. Die Chorarbeit trägt dazu bei, Verständnis füreinander zu erwecken, Gemeinschaft zu stärken und Frieden und Versöhnung zu ermöglichen.

Auch im Juni 2018 fand der Auftritt des Chors wieder starke Resonanz: Am 11.06.2018 besuchten ca. 280 Personen das Konzert des Chors im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde in der Savignystraße, zwei Tage später nahmen mehr als 60 Personen an dem sich auf das Konzert beziehenden Reflexionsgespräch in der Evangelischen Akademie Frankfurt teil. Es diskutierten Herr Rabbiner Avichai Apel (Judentum), Prof. em. Dr. Rainer Kessler (evangelische Theologie) und Frau Mira Sievers (Islamische Theologie) unter der Leitung von Dr. Eberhard Pausch (Ev. Akademie Frankfurt). Die Diskussion, die diesmal in mehreren Etappen für das Publikum geöffnet wurde, zeigte das große Interesse der Anwesenden an zahlreichen Aspekten des Themas.

Europa in Bewegung - 1. Schülerakademie „Europa“ am 18. Juni 2018

Evangelische Akademie Frankfurt
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Ein Jahr lang arbeiteten 20 Schülerinnen und Schüler der Philipp-Reis-Schule gemeinsam mit Studienleiterinnen der Evangelischen Akademie, ihrer Lehrerein Anika Voigt, Kolleginnen des CAES an der UAS Frankfurt und Trainerinnen an verschiedenen Fragestellungen zum Thema Europa. Am 18. Juni 2018 konnte dann mit der Unterstützung verschiedener Partner und der Förderung und des Fördervereins die erste Schülerakademie „Europa“ durchgeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler, ihre Fragestellungen und Ideen standen dabei im Fokus. Welche Fragen interessieren euch? Was findet ihr spannend an Europa? Was bewegt euch?

 

Die SchülerInnen der Partnerschule hatten Workshopkonzepte erarbeitet und diese mit Unterstützung geladener ReferentInnen durchgeführt. Zu Gast waren über 100 weitere Schülerinnen und Schüler aus anderen Schulen. Den Auftakt der Veranstaltung füllte inhaltlich zunächst Staatsminister Weinmeister, der in einem Grußwort dafür dankte, dass sich junge Menschen wieder verstärkt für Europa einsetzen und einen positiven, aber durchaus auch kritischen Blick auf die aktuellen Entwicklungen werfen. Anschließend hatte der Schirmherr, Dr. Daniel Röder (Initiator von Pulse of Europe) das Wort und gab dem jungen Publikum einige motivierende Denkanstöße. Er skizzierte die Geschichte der Europäischen Zusammenarbeit als Ergebnis und Lehre aus der Kriegszeit und verband damit die Verantwortung in der heutigen Zeit, an diesem erfolgreichen Weg gegen Krieg festzuhalten und dafür einzustehen. Zudem motivierte er die jungen Teilnehmenden, die Ideen zur Tat, Aktionen, Kampagnen, die beim gemeinsamen Nachdenken enstehen können, auch wirklich umzusetzen. Nur so konnte er mit einigen Mitstreitern eine Initiative wie Pulse of Europe umsetzen. Zunächst einfach mal machen!

Vor und nach der gemeinsamen Mittagspause hatten die SchülerInnen dann viel Zeit für ihre Themen im Rahmen der Workshops. Abschließend wurden dir wichtigsten Erkenntnisse im Plenum gesammelt und den wichtigsten Akteuren des Tages – den Schülerinnen und Schülern gedankt.

Insgesamt war es beeindruckend, wie groß die Nachfrage und wie rege die Teilnahme an dieser ersten Version einer Schülerakademie war. Dieses Projekt soll auch im Schuljahr 18/19 durchgeführt werden. Derzeit sind wir auf der Suche nach einer neuen Partnerschule.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung und würden uns freuen, wenn der Förderverein auch im nächsten Jahr eine erneute Schülerakademie unterstützen würde.

Johannisnacht 2018 - Sieben Revolutionen und ein Fußballspiel

Evangelische Akademie Frankfurt
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Wenn eine Reihe von Redner/innen nacheinander mit einem jeweils genau 6:40 Minuten langen Vortrag in der Evangelischen Akademie auftritt, dann heißt das Schlagwort „Pecha Kucha“ und der Anlass Johannisnacht. Am 23. Juni lauschten auch in diesem Jahr zahlreiche Gäste gespannt den sieben Themen, die ihnen beim Sommerempfang der Akademie zum Oberthema „Revolution“ präsentiert wurden. Für besondere Begeisterung sorgte der jüngste Redner Felix Finkbeiner, 20 Jahre. Seine Mission, mit der Initiative „Plant for the Planet“ Bäume gegen den CO2-Anstieg zu pflanzen, fand unter den Zuhörern großen Anklang. Spannungsvolle Stimmung herrschte später am Abend während der Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Schweden, bei dem die Fans der deutschen Mannschaft bis zuletzt zittern mussten. Ein bewegender Tagesausklang – und ein Anlass, schon einmal über das neue Halbjahresthema „Sportsgeist“ nachzudenken.