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Juli
Martin-Niemöller-Haus, Am Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten, 14.00 – 13.00 Uhr
SPRACHE DER ETHIK - ETHIK DER SPRACHE
20. Workshop Ethik

20. Workshop Ethik / Call for Papers

Der Workshop Ethik ist ein Diskussionsforum, das Nachwuchswissen­schaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen mit wissenschaftlich interessierten Bürger*innen über grundlegende Fragen von Moral, Gesellschaft und Politik ins Gespräch bringt. Auf dem 20. Workshop Ethik möchten wir über das Verhältnis von Ethik und Sprache diskutieren.

Dabei lassen sich mehrere Aspekte unterscheiden, aber sicherlich nicht voneinander trennen. Erstens sind moralische Urteile von Beschreibungen von Tatsachen einerseits und von subjektiven Äußerungen andererseits zu unterscheiden. Ethik setzt also eine eigene Sprache, eine „Sprache der Ethik“, voraus. Zweitens hängen Wirkung und Relevanz ethischer Forderungen und moralischer Wertungen auch davon ab, ob sie in verständlicher und anschlussfähiger Sprache vorgetragen werden. Drittens sollten die darin enthaltenen Forderungen so zum Ausdruck kommen, dass die Adressaten sich als moralische Subjekte ernst genommen fühlen, anstatt manipuliert und überrumpelt zu werden. Viertens gibt es so etwas wie ein Menschenrecht auf Verständigung in der je eigenen Sprache, denn damit ist häufig die Möglichkeit der Beteiligung am kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben verbunden. Diese Fragen einer „Ethik der Sprache“ werden nicht nur angesichts zunehmender Migration und wachsender kultureller Vielfalt immer wichtiger. Fünftens schließlich gibt es ethische Theorien, die auf einer Basis bestimmter Grundregeln verständigungsorientierten Sprechens beruhen und die Sprachfähigkeit des Menschen als die entscheidende Grundlage für sein Selbstverständnis als moralisches Subjekt ansehen. Zu diskutieren ist, ob eine solche Grundlegung angesichts der Vielfalt der Kulturen und Sprachen überhaupt aussichtsreich sein kann. Auf unserem 20. Workshop Ethik wollen wir uns also mit den Fragen befassen, welche Adäquatheitsbedingungen eine Sprache der Ethik erfüllen müsste, welche Sprachrechte Menschen zuerkannt werden müssen und inwieweit ethische Normen auf der Sprachfähigkeit des Menschen aufgebaut werden können.

Beim 20. Workshop Ethik werden mit Dr. Manuela Massa und Prof. Dr. Josef Rauscher ausgewiesene Expert*innen unsere Debatten anregen und bereichern. Das Leitungsteam sorgt für eine thematische Rahmung der Vorträge und die Einführung in die Abschlussdiskussion. Alle weiteren Vorträge werden von den Teilnehmer*innen übernommen, deren Paper für einen Vortrag ausgewählt wurde. Für jeden Vortrag sind 20 Minuten mit anschließender 40-minütiger Diskussion vorgesehen. Ein Kriterium für die Auswahl stellt die allgemeine gute Verständlichkeit der Abstracts sowie der Vorträge dar, die sowohl für den interdisziplinären Diskurs als auch den Austausch mit interessierten Bürger*innen grundlegend ist.

Wir laden Sie herzlich ein, sich mit einem Abstract für einen Vortrag auf dem 20. Workshop Ethik zu bewerben. Bitte schicken Sie das Abstract (max. 3.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) samt Titel, Name und Anschrift bis zum 31.03.2021 an: cfp@workshop-ethik.de.

 


Referierende:
Dr. Manuela Massa

Prof. Dr. Josef Rauscher

Leitung:
Dr. Cordula Brand, Universität Tübingen, Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften
Prof. Dr. Stephan Herzberg Phil.-theol. Hochschule Sankt Georgen Frankfurt am Main
Dr. Georg Horntrich Katholische Akademie Rabanus Maurus Frankfurt am Main
Prof. Dr. Gerhard Kruip, Universität Mainz, Kath.-Theol. Fakultät
Dr. Eberhard Pausch, Evangelische Akademie Frankfurt

 

 

 

 


 
Evangelische Akademie Frankfurt

Veranstaltungsort