ContraCode
Bildungsangebot gegen Antisemitismus als
Bildungsurlaub in Frankfurt
ContraCode ist ein fünftägiges Bildungsangebot der Evangelischen Akademie Frankfurt, das an den zusammengehörigen Terminen 22. bis 24. Februar 2027 und 12. bis 13. April 2027 stattfindet.
In unserem Programm erfährst du, was Antisemitismus ist, wo er dir im Alltag begegnet und wie du darauf reagieren kannst – sei es in deiner Gemeinde, deinem Verein oder anderen Lebensbereichen.
ContraCode richtet sich an alle interessierten Erwachsenen. Berufstätige sind ebenso willkommen wie Menschen im Ruhestand, Nichterwerbstätige und Ehrenamtliche.
Dein Teilnahmebeitrag inklusive Verpflegung beträgt 100 Euro. Dich erwarten ein abwechslungsreiches Programm in der Evangelischen Akademie, ein Ausflug ins Jüdische Museum und Anregungen, wie du eigene Ideen gegen Antisemitismus in deinem Umfeld oder Ehrenamt umsetzen kannst.
Arbeitnehmende können sich die Teilnahme als Bildungsurlaub anerkennen lassen. Bildungsurlaub ist eine bezahlte Freistellung für die persönliche oder berufliche Weiterbildung, auf die in Hessen ein gesetzlicher Anspruch besteht.
Du willst dabei sein? Melde dich bis zum 31. Dezember 2026 über unser Onlineformular an.
Hier kannst du dich anmelden
Was kann ich gegen Antisemitismus tun?
Im Jahr 2025 wurden allein in Hessen 1.099 antisemitische Vorfälle registriert – im Durchschnitt drei pro Tag. Um dem etwas entgegenzusetzen, braucht es Wissen, Orientierung und Haltung.
Für ContraCode suchen wir Menschen wie dich, die genauer hinsehen und verstehen wollen: Wie erkenne ich antisemitische Botschaften, die mir im Alltag begegnen? Welche Haltung und welches Wissen helfen mir, darauf angemessen zu reagieren?
Das Sprechen über Antisemitismus ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Insbesondere seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden Krieg im Nahen Osten fragen sich viele: Wo fängt Antisemitismus an? Darf ich etwas Kritisches über Israel sagen oder ist das automatisch antisemitisch?
Fragen wie diese haben bei uns ausdrücklich Raum. Du brauchst keine Vorkenntnisse. Entscheidend ist deine Bereitschaft, dich mit den grundlegenden Facetten eines komplexen Themas auseinanderzusetzen. Unsere Trainerinnen begleiten die Gespräche professionell und sensibel.
Aus dem besseren Verständnis von Antisemitismus folgt die Fähigkeit, dagegen aktiv zu werden – zum Beispiel mit einem Lesekreis, einer öffentlichen Aktion oder einem eigenen Projekt. Wenn du dich im Anschluss an ContraCode ehrenamtlich engagieren möchtest, unterstützen wir dich dabei gern.
Was bringt mir ContraCode?
Am Ende unseres Programms erhältst du ein Zertifikat über deine Teilnahme. Wichtiger ist jedoch, was du darüber hinaus mitnimmst:
✔ fundiertes Wissen zur deutsch-jüdisch-christlichen Geschichte
✔ einen geschärften Blick für Antisemitismus im Alltag
✔ mehr Sicherheit im Umgang mit schwierigen Themen
✔ die Fähigkeit, eigene Positionen zu reflektieren und zu vertreten
✔ Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung eigener Projektideen
FAQ
Der Name ContraCode soll deutlich machen, dass sich Antisemitismus nicht immer offen äußert. Stattdessen wird er häufig in Andeutungen oder Bildern – also Codes – verborgen. Wer Antisemitismus verstehen will, muss diese Form der „Umwegkommunikation“ erkennen und entschlüsseln. Das Projekt ContraCode setzt genau hier an: Es macht antisemitische Codes sichtbar und befähigt Menschen, ihnen zu widersprechen und aktiv gegen sie vorzugehen.
Der Soziologe Theodor W. Adorno bezeichnete Antisemitismus als „das Gerücht über die Juden“. Gemeint ist eine Vorstellung davon, wie „die Juden“ angeblich seien. In antisemitischen Weltbildern werden Jüdinnen und Juden häufig mit Macht, Gier oder Hinterlist in Verbindung gebracht. Solche Bilder und Zuschreibungen bilden die Grundlage für antisemitische Vorurteile, Ausgrenzung, Gewalt und Verfolgung.
Antisemitische Vorstellungen prägen die europäische Geschichte seit Jahrhunderten. Der moderne Antisemitismus entwickelte sich im 19. Jahrhundert aus älteren Formen der Judenfeindschaft, insbesondere dem christlichen Antijudaismus. Viele antisemitische Bilder und Codes greifen bis heute auf diese Traditionen zurück. Dazu zählen etwa Vorstellungen vom „Rachejuden“ oder die Verwendung des Namens „Judas“ als Synonym für Verrat.
Bildungsurlaube dienen der lebenslangen persönlichen oder beruflichen Weiterbildung. Es handelt sich um eine bezahlte Freistellung von bis zu fünf Tagen pro Jahr, die zusätzlich zum Jahresurlaub beim Arbeitgeber beantragt werden kann. Das Thema des Bildungsurlaubes muss nicht mit dem Inhalt der Arbeit in Beziehung stehen, sondern kann vom Arbeitnehmenden frei gewählt werden.
Ein gesetzliches Recht auf Bildungsurlaub haben alle Arbeitnehmenden in allen Bundesländern (außer Sachsen und Bayern). Der Antrag auf Bildungsurlaub muss spätestens 4 bis 8 Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber eingehen. Der Rechtsanspruch kann nicht grundsätzlich vom Arbeitgeber abgelehnt werden, sondern nur in begründeten konkreten Fällen.
Nein. ContraCode steht allen interessierten Erwachsenen offen. Arbeitnehmende können sich die Teilnahme als Bildungsurlaub anerkennen lassen. Menschen im Ruhestand, Nichterwerbstätige und Ehrenamtliche sind aber ebenso willkommen.
Nein. Als Evangelische Akademie wenden wir uns an alle Menschen und verstehen unsere Arbeit als Beitrag zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft.
Vom 22. bis 24. Februar und vom 12. bis 13. April 2027. Die Teilnahme am Programm setzt die Anwesenheit in Frankfurt an allen fünf Tagen voraus.
Der Teilnahmebeitrag inklusive Verpflegung beträgt 100 Euro. Darin enthalten sind ein warmes Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen an allen fünf Veranstaltungstagen.
Die Anmeldung ist ausschließlich online möglich, über das Formular auf dieser Seite. Anmeldeschluss ist der 31. Dezember 2026.
