Neuigkeiten

aus der Akademie

Bleiben Sie auf dem Laufenden! An dieser Stelle berichten wir von besonderen Ereignissen in unserem Akademieleben und stellen Ihnen den jeweiligen Film des Monats der Evangelischen Filmjury vor. Mehr aktuelle Berichte, Fotos und Videos finden Sie auf Youtube und in den sozialen Medien.

Evolution

Film des Monats August

 2.8.2022  Nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz reinigen drei Männer eine Gaskammer. Sie entdecken dabei einen lebenden Säugling, Éva. Jahrzehnte später sehen wir Éva, wie sie mit ihrer Tochter Léna darüber streitet, ob sie Entschädigungsleistungen für Überlebende des Holocaust beantragt. Die dritte Episode zeigt Évas Enkel Jónás, der an einer deutschen Schule gemobbt wird und sich in seine muslimische Mitschülerin Yasmina verliebt.

Evolution von Kata Wéber und Kornél Mundruczó besteht aus drei eigenständig inszenierten Episoden. Durch die familiäre Verknüpfung der Figuren thematisiert er die Weitergabe des Traumas des Holocaust ebenso wie die verstörende Kontinuität des Antisemitismus in Deutschland. Die Formen der Inszenierung entlehnt der ungarische Regisseur dem Theater. In einer einzigen Einstellung sehen wir den Männern zu, wie sie versuchen, den Ort des Grauens zu säubern, eine vollkommen erschöpfende, unmögliche Aufgabe. Évas Dialog mit ihrer Tochter Léna beginnt als virtuoses Kammerspiel. Kann man den deutschen Behörden vertrauen, wenn es um Entschädigung, wenn es um den Schutz von Jüdinnen und Juden geht? Muss die Tochter die Geburtsgeschichte der Mutter in Auschwitz erneut anhören? Wie funktioniert Erinnerung, wie ist sie zu ertragen? Konsequent findet der Regisseur hier eine gleichsam surreale Lösung. Die Episode von Jónás und Yasmina schließlich weitet den Blick, zeigt, wie vielschichtig Rassismus und Antisemitismus in unsere Gegenwart hineinreichen. Ein Sankt-Martins-Umzug ist Signatur eines fast hilflosen Bedürfnisses nach Integration. Allein die Gefühle, die die beiden Außenseiter Jónás und Yasmina füreinander empfinden, können als mögliche Hoffnung verstanden werden.

Trauma des Überlebens und Gegenwart des Antisemitismus sind in diesem Film Thema von Verdrängung und mitunter physisch nach außen drängender Verarbeitung. Müssen nachfolgende Generationen sich mit der Geschichte ihrer Eltern und Großeltern auseinandersetzen oder haben sie das Recht auf eine unbeschwerte Kindheit? Können sie ein normales Leben führen angesichts der Kontinuität von Judenfeindlichkeit?

Evolution gibt keine einfache Antwort, sondern konfrontiert uns mit diesen Fragen, die durch zunehmenden Antisemitismus an gesellschaftlicher Aktualität gewinnen. Der Film macht deutlich, was Walter Benjamin meint, wenn er schreibt: „Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit, sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.“

Evolution (Evolution)
Ungarn / Deutschland 2021
Produzent: Viola Fügen, Michael Weber, Viktória Petrányi
Regie: Kornél Mundruczó
Drehbuch: Kata Wéber
Kamera: Yorick Le Saux
Schnitt: Dávid Jancsó
Musik: Dascha Dauenhauer
Darsteller: Lili Monori, Annamária Lang, Goya Rego, Padmé Hamdemir, Jule Böwe
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Kinostart: 25.08.2022

Evangelische Akademie Frankfurt

Love, Spells and All That

Film des Monats Juli

 7.7.2022  Nach 20 Jahren kehrt Eren, Tochter eines ehemaligen türkischen Parlamentsabgeordneten, aus Paris auf die Insel im Marmarameer zurück, wo sie früher mit ihrer Familie den Urlaub verbrachte. Der Grund für ihre Rückkehr ist ihre ungebrochene und tiefe Liebe zu Reyhan, die sie über viele Jahre in sozialen Medien gesucht und erst jetzt wiedergefunden hat. Reyhan, Tochter des damaligen Hausmeisters der Sommerresidenz von Erens Familie, ist aktuell mit einem Mann liiert. Die beiden Frauen entdecken, dass Reyhans Eltern Erens unzählige Briefe ungelesen zurückgeschickt hatten. Reyhan ist zunächst zögerlich und distanziert, weil sie glaubt, dass Erens Rückkehr einem Liebeszauber zu verdanken ist, den sie vor 20 Jahren auf sie legen ließ. Auf einem gemeinsamen Ausflug über die Insel wollen die beiden Frauen den Liebeszauber ungeschehen machen. Unterwegs begegnen sie streunenden Katzen, kuriosen Menschen und wandern durch malerisch blühende Landschaften, erinnern sich aber auch an ihre leidenschaftliche, jedoch verbotene Liebesbeziehung, die entdeckt und gewaltsam unterbunden wurde. Geschickt werden entscheidende Passagen aus den vorenthaltenen Briefen aus dem „Off“ gesprochen und offenbaren, was damals geschah. In ihren Gesprächen arbeiten Reyhan und Eren dies auf und kommen sich wieder näher. 

Die Evangelische Filmjury empfiehlt den Film, weil der Film sichtbar macht, wie sehr Homosexualität in der Türkei immer noch ein gesellschaftlich kontrovers wahrgenommenes Thema ist. Obwohl Homosexualität offiziell legal ist, sind LGTBQ*-Personen immer noch sozialer Ächtung ausgesetzt. Dem Regisseur Ümit Ünal ist mit „Love, Spells And All That“ trotz des brisanten Themas ein atmosphärischer und durch die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen überzeugender Film über eine vergangene, aber auch wieder entflammende lesbische Sommerliebe gelungen.

Love, Spells and All That (Ask, Büyü Vs.)
Türkei 2019
Regie: Ümit Ünal
Drehbuch: Ümit Ünal
Darsteller: Aysenil Samlioglu, Damla Ersan, Ece Dizdar, Emrah Kolukisa, Murat Toprak, Selen Uçer, Uygar Özçelik
Kamera: Türksoy Gölebeyi
Verleih: Cinemien
Länge: 96 Minuten
FSK: k.A.
Kinostart: 14.7.2022

Evangelische Akademie Frankfurt

France

Film des Monats Juni

 8.6.2022  France de Meurs ist ein Star des französischen Fernsehens. Als Kriegsreporterin ist sie in den Krisengebieten dieser Welt unterwegs, immer höchstpersönlich nah dran am Geschehen. In ihrer eigenen Show präsentiert sie ihre Reportagen, interviewt die maßgeblichen Personen des öffentlichen Lebens und erreicht die besten Quoten, indem sie sich selbst zur Marke ausbaut. Keinen Schritt kann sie tun, ohne dass jemand um ein gemeinsames Selfie bittet. France de Meurs ist schön, immer in Nahaufnahme, immer in Haute Couture, immer perfekt – bis eines Tages ein Unfall passiert, und sie in einen langsamen Strudel aus Selbstzweifel und Depression gerät.

Regisseur Bruno Dumont hat eine kunstvolle Mischung aus Satire, Drama und Komödie geschaffen, bei der Form und Inhalt auf perfekte Weise miteinander korrespondieren. Die Kamera ist seiner Hauptdarstellerin Léa Seydoux ständig auf den Fersen. In sorgfältig komponierten Szenen entlarvt er nicht nur den Narzissmus der medialen Öffentlichkeit, sondern ganz nebenbei auch die Verlogenheit des modernen Emanzipationsversprechens: Wenn etwa France dafür sorgt, dass ihr nicht ganz so erfolgreicher schreibender Gatte aus Gefälligkeit auch mal im Fernsehen interviewt wird. Oder wenn sie in der Nobel-Klinik in den Alpen von einer geschwätzigen Liegestuhl-Nachbarin auf eine andere prominente Patientin aufmerksam gemacht wird – die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin, deren Name der Dauerplauderin aber gerade nicht einfällt.

Der skurrile Witz vieler Szenen macht den Film unterhaltsam, entzieht der Botschaft aber an keiner Stelle die Ernsthaftigkeit. Denn selbstverständlich ist es kein Zufall, dass France genauso heißt wie jenes Land, das wie kein anderes für Demokratie und Aufklärung steht. France ist das Gesicht einer Kultur, die sich in so viele innere Widersprüche verwickelt hat, dass kaum vorstellbar ist, wie sie da wieder herauskommen soll. Und doch bleibt es am Ende nicht ganz hoffnungslos, für France de Meurs nicht und auch nicht für das Projekt der westlichen Moderne, dessen Allegorie sie ist.

France
Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien 2021

Produzent: Jean Bréhat, Muriel Merlin, Rachid Bouchareb
Regie / Drehbuch: Bruno Dumont
Kamera: David Chambille
Schnitt: Nicolas Bier
Musik: Christophe
Darsteller: Léa Seydoux, Juliane Köhler, Benjamin Biolay, Blanche Gardin
Verleih: MFA+ Filmdistribution e.K.
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 09.06.2022
Evangelische Akademie Frankfurt

Maixabel

Film des Monats Mai

 9.5.2022  Das Telefon klingelt ohne Unterlass, laut und drängend. Maixabel hört es zunächst nicht – der Haarföhn übertönt das schrille Geräusch. Plötzlich hält sie inne, auf ihrem Gesicht breitet sich eine Furcht aus, die kurz darauf zur Gewissheit wird. Ihr Ehemann ist ermordet worden, kaltblütig in den Kopf geschossen. Auch Tochter María, die gerade ihren Geburtstag mit Freundinnen feiert, weiß sofort, dass etwas Schreckliches geschehen ist, als sie ihre Tante auf sich zulaufen sieht. Ein Anschlag der spanischen Untergrundorganisation ETA, wie sich schnell herausstellt. Den drei Attentätern gelingt zunächst die Flucht, doch vier Jahre später müssen sie sich vor Gericht verantworten. Von Reue keine Spur.

Jahre später spricht Maixabel auf einer Gedenkfeier für Opfer des Terrorismus. Sie engagiert sich für ein Gedenken an alle Opfer – die der ETA, die Opfer von Gewaltverbrechen durch die »Antiterroristische Befreiungsgruppe GAL« sowie die Opfer anderer gewalttätiger Gruppen. Damit werde sie noch ungeahnte Kritik einstecken müssen, warnt ihre Tochter: »Das wird keinem gefallen.« Auch dass sie sich mit ETA-Attentätern treffen will, ruft Unverständnis und Ablehnung hervor. Währenddessen stoßen die Täter Ibon und Luis in einem Gefängnis zufällig aufeinander. Beide ringen auf unterschiedliche Weise mit sich und ihren Taten. Luis entschließt sich zu einem Täter-Opfer-Gespräch. Für Maixabel wird die Begegnung zu einer Befreiung. Auch Ibon sucht schließlich den Kontakt zu ihr.

Die Regisseurin Icíar Bollaín greift mit ihrem auf wahren Ereignissen beruhenden Film einen Teil spanischer Geschichte auf, erzählt von Wut, Trauer, Verblendung, Schuld, aber auch Reue und Verantwortung. Sie stellt Menschen mit all ihren Verletzungen und ihrem individuellen Umgang mit Vergangenheitsbewältigung in den Mittelpunkt. Jenseits davon stellt Bollaín mit ihrem Film die Frage, wie Opfer von Gewalterfahrungen mit ihren Erlebnissen umgehen, wie sie Täter*innen begegnen wollen oder können. Deutlich zeigt sie dabei, dass Versöhnung Arbeit ist für diejenigen, die sich darauf einlassen.

Maixabel – Eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung
Spanien 2021

Regie: Icíar Bollaín
Drehbuch: Icíar Bollaín, Isa Campo
Darsteller: Blanca Portillo, Luis Tosar, Urko Olazabal, María Cerezuela
Kamera: Javier Agirre
Schnitt: Nacho Ruiz Capillas
Musik: Alberto Iglesias
Verleih: Piffl Medien GmbH
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 26.5.2022

Evangelische Akademie Frankfurt

Fragen wagen

Outdoor-Dialog zwischen Politiker/innen und Bürger/innen

 4.5.2022  Zuweilen scheint die Kommunikation zwischen Bürger/innen und gewählten Vertreter/innen nicht so richtig gut zu funktionieren. Nicht umsonst hört und liest man von „Abgehängten“ und „nicht Gehörten“. Stipendiat/innen der Jungen Akademie laden daher am Samstag, den 7. Mai zwischen 13.00 und 16.00 Uhr zu einem politischen Gesprächsformat der etwas anderen Art in den Frankfurter Ostpark ein. 

Unter dem Motto „Fragen wagen“ haben Laura Taufkirch, Martha Wombacher, Sebastian Scheffel, Diaco Goreishi und Esther Siefert ein Kartenspiel mit 50 politischen Fragen entwickelt, mit denen Politiker/innen und Bürger/innen miteinander ins Gespräch kommen sollen. Sie möchten zunehmender Politikverdrossenheit und damit einhergehendem Vertrauensverlust etwas entgegensetzen. 

Evangelische Akademie Frankfurt

#Change. Werkstatt für Veränderung

Kreativcamp für junge Menschen

 3.5.2022  Wie entsteht Veränderung – persönlich und gesellschaftlich? Warum führt Wissen nicht automatisch zum Handeln? Was können wir mit Blick auf große Veränderungsprozesse der Vergangenheit lernen und was soll man sich eigentlich unter dem Begriff „sozialökologische Transformation“ vorstellen? Theoretisch klingende Fragen, an deren Beantwortung im Rahmen des #Change-Projekts ganz praktisch herangegangen wird.

In Kooperation mit dem Museum für Kommunikation Frankfurt ist das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Aufholen nach Corona“ im März gestartet. An zwei Wochenenden im Frühjahr kommen 15 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren und vier Trainer- und Teamer/innen im Hildegardishof im Westerwald zusammen, um Ideen, Botschaften und Anliegen zum Thema Klimakrise und Transformation zu sammeln. Die Ergebnisse werden künstlerisch umgesetzt und bilden ab Oktober 2022 das Vorwort zu der Ausstellung Klima_X, die fast ein Jahr lang im Museum für Kommunikation in Frankfurt zu sehen sein wird.

Das Projekt bietet den Teilnehmenden mehr als theoretische Erkenntnisse. Sie haben einen reellen Kommunikationsraum zu gestalten, können ihre Meinung ausdrücken und selbst Einfluss nehmen. Doch wie spricht man über Klimakrise und Veränderungsnotwendigkeit, ohne Widerstände, Überforderung oder Resignation auszulösen? Was für „Veränderung“ braucht es eigentlich und wie kommen wir dahin? Praktische Einsichten lieferten den Teilnehmenden am Auftaktwochenende Prof. Dr. Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Dr. Laura Loy (Universität Koblenz-Landau), die digital zugeschaltet wurden und Impulsvorträge zu den Themen Transformation und Umweltpsychologie hielten.

Evangelische Akademie Frankfurt

Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

Film des Monats April

 7.4.2022  Es war einmal in der Stadt Kutaissi in Georgien. Morgens auf dem Weg zur Arbeit begegnen sich die Apothekerin und Medizinstudentin Lisa (Oliko Barbakadse) und der Profi-Fußballer Giorgi (Giorgi Ambroladse), und abends auf dem Heimweg gleich nochmal. Das kann kein Zufall sein! Sie verabreden sich für den nächsten Abend zu einem Date im Straßencafé, aber dann trifft sie über Nacht ein Fluch: Am Morgen erwachen beide mit verändertem Aussehen – und können sich nicht mehr erkennen. Wochenlang suchen sie einander, während sich Kutaissi auf die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft vorbereitet. Kneipenwirte stellen Leinwände auf, selbst die Hunde suchen und finden ein gutes Plätzchen für sich. Aber Lisa und Giorgi (jetzt gespielt von Ani Karseladse und Giorgi Bochorishvili) müssen sich völlig neu orientieren. Gibt es für sie ein Happy End?

 In epischer Länge – der Film dauert 150 Minuten – erzählt der 1984 in Tiflis geborene Regisseur Alexandre Koberidze ein Kinomärchen über Liebe und Sehnsucht. Seine Figuren sprechen nur wenig, das Drama spielt sich ganz in ihrem Inneren ab. Und wie im Märchen üblich ist es ein allwissender Erzähler, der den Zuschauer/innen das Geschehen nahebringt. Bei vielen musikalisch unterlegten Szenen fühlt man sich zuweilen in die Stummfilmära zurückversetzt. Und auch die großartigen Bilder von Kameramann Faraz Fesharaki tragen dazu bei, dass der Film einen regelrechten Sog entwickelt. Hier werden inhaltlich wie formal die Möglichkeiten der Kunstform Kino ausgespielt.

Alexandre Koberidze hat den Film, für den er auch das Drehbuch geschrieben hat, als Abschlussarbeit für die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin gedreht. Er bringt den deutschen Zuschauer/innen darin auch das Alltagsleben in Georgien näher, einem ehemals zur Sowjetunion gehörenden Land im Südkaukasus, das ähnlich wie andere ehemalige Sowjetrepubliken von häufigen Regierungskrisen geplagt ist und keinen leichten Weg zu einem von Russland unabhängigen, souveränen demokratischen Staat geht.

Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen? 
Georgien / Deutschland 2021

Produzent: Mariam Shatberashvili, Anna Dziapshipa, Ketevan Kipiani, Luise Hauschild
Regie: Alexandre Koberidze
Drehbuch: Alexandre Koberidze
Kamera: Faraz Fesharaki
Schnitt: Alexandre Koberidze
Musik: Giorgi Koberidze
Darsteller: Giorgi Bochorishvili, Ani Karseladze, Oliko Barbakadze, Giorgi Ambroladze, Vakhtang Fanchulidze u. a.
Verleih: Grandfilm
Preise: 71. Berlinale - Internationaler Wettbewerb (Weltpremiere) und FIPRESCI-Preis (2021); Chicago International Film Festival - Silver Hugo – Best Screenplay (2021); Sevilla European Film Festival - Best Cinematography (2021); Pingyao Crouching Tiger, Hidden Dragon International Film Festival - Roberto Rossellini Award (2021); BFI/Sight & Sound Poll – Platz 7 50 Best Movies of 2021
FSK: Ohne Altersbeschränkung freigegeben
Kinostart: 07.04.2021
Evangelische Akademie Frankfurt

Corona-Schutzmaßnahmen in der Akademie

Anpassungen ab dem 2. April

 1.4.2022  Ab dem 02. April gelten auch in Hessen nur noch die sogenannten Basisschutzmaßnahmen. Solange jedoch die Inzidenzen hoch sind, gilt es, weiterhin achtsam zu sein. Wir bitten unsere Gäste, auf ihren Wegen in unserem Haus wie gewohnt Maske zu tragen und sich vor ihrem Besuch bei uns zu testen. Wir werden die Säle auch künftig regelmäßig lüften, um zudem auf diesem Weg die Ansteckungsgefahr zu verringern. Alle aktuellen Informationen und Regelungen zu unserem Sicherheits- und Hygienekonzept für Fremdanmietungen finden Sie hier.

Evangelische Akademie Frankfurt

Trauer um Otto Ernst Kempen

Langjähriges Mitglied des Großen und Kleinen Konvents verstorben

„Überall in der akademischen Welt musste die Gesamtschau heute längst einem verengten Spezialistentum weichen - wo, wenn nicht in der Evangelischen Akademie wird stets auch das Ganze in den Blick genommen?“
(Statement Otto Ernst Kempen am 4.3.2015 auf die Frage, warum er sich in der Evangelischen Akademie Frankfurt engagiert)

 23.3.2022  Die Evangelische Akademie Frankfurt trauert um Herrn Otto Ernst Kempen, langjähriges Mitglied des Großen und Kleinen Konvents der früheren Evangelischen Akademie Arnoldshain und Mitglied des Großen und Kleinen Konvents der Evangelischen Akademie Frankfurt.

Als alternierender Leiter und Direktor der Europäischen Akademie der Arbeit in der Goethe-Universität Frankfurt von 1977-2009 hat Herr Kempen seine großen juristischen und menschlichen Kompetenzen in die Arbeit der Akademie eingebracht, der er auch persönlich eng verbunden war. Herr Kempen ist am Sonntag, 20. März 2022, im Alter von 79 Jahren gestorben. Sein Tod bedeutet einen großen Verlust für die Akademie und ihre Mitarbeitenden.

Otto Ernst Kempen war 24 Jahre lang von 1997 bis 2021 Mitglied des Großen Konvents der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau e.V., der Mitgliederversammlung des Akademievereins. Von 2005 bis 2018 war er zudem Mitglied im Kleinen Konvent, dem Vorstand des Akademievereins. In dieser Zeit hat er die Fusion der damaligen Evangelischen Akademie Arnoldshain mit der Evangelischen Stadtakademie Römer 9 zur heutigen Evangelischen Akademie Frankfurt wesentlich mit vorbereitet. Dabei kamen sein ausgleichender, auf Verständigung bedachter Charakter, seine menschliche Herzlichkeit, seine sachliche Klarheit und hohe juristische Kompetenz dem Fusionsprozess sehr zu Gute.

Als Professor für Arbeits- und Verfassungsrecht sowie Politikwissenschaft hat Herr Kempen als Mitglied im Arbeitskreis Wirtschaft der Akademie und dessen langjähriger Vorsitzender insbesondere das Wirtschaftspolitische Forum ab 1997 bis heute wesentlich mitgeprägt und maßgeblich gestaltet.

Herrn Kempen war bis zuletzt im Förderverein der Evangelischen Akademie Frankfurt engagiert und hat den Neustart im neugebauten Haus am Römerberg persönlich begleitet.

Die Evangelische Akademie trauert um ihr früheres Konvents-Mitglied und spricht seiner Familie, auch im Namen der Konvente und der amtierenden Vorsitzenden der Konvente, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer und Stadtdekan Dr. Achim Knecht, ihr herzliches Beileid aus.

Evangelische Akademie Frankfurt

I NEVER TOLD YOU

Lichtinstallation zum Thema Geheimnis

 11.3.2022  Die Luminale entfällt dieses Jahr, doch die Evangelische Akademie Frankfurt erstrahlt trotzdem in besonderer Weise. I NEVER TOLD YOU heißt die atmosphärisch-geheimnisvolle Lichtinstallation, die das Glasgebäude am Römerberg fünf Tage lang verwandelt – innen wie außen.

Die Öffentlichkeit ist eingeladen, die Akademie täglich in den Abendstunden zu erkunden und sich auf eine persönliche Reise zum Thema Geheimnis zu begeben: Was sind die Dinge, die wir vor anderen verbergen, und welche Rolle spielen sie für die Gesellschaft? Ist Transparenz immer die richtige politische Forderung oder gibt es auch Situationen, in denen Wissen bewusst zurückgehalten werden sollte? Die Ausstellung stellt solche Fragen zur Debatte – psychologisch, künstlerisch, emotional.

An der fast zweijährigen Planung und Erarbeitung des Projekts waren neben der Akademie das Atelier Markgraph, die EKHN Stiftung und die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung beteiligt. Weitere Kooperationspartnerin ist die Hochschule Darmstadt, die die Installation am Fachbereich Architektur als Studierendenprojekt angestoßen hat. Zwei Studentinnen, Ceren Isbilir und Milena Sommer, setzten sich im vergangenen Sommer mit ihrem Konzept gegen vier andere Projektgruppen durch. „Wir stellen unser Haus zur Verfügung, um jungen Menschen Raum zur Verwirklichung eigener Ideen zu geben“, so Hanna-Lena Neuser, kommissarische Direktorin des Hauses.

11.–15. März 2022, täglich 18–23 Uhr, Eintritt frei

Evangelische Akademie Frankfurt
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Ökumenische Jury prämiert Berlinale-Filme

Beiträge über Trauerarbeit, Russland-Ukraine-Konflikt und Biodiversität

 21.2.2022  Vom 10. - 20. Februar 2022 fanden in Berlin die 72. Internationalen Filmfestspiele statt. Dr. Margrit Frölich, Studienleiterin für Film, Wirtschaft und Transatlantischen Dialog, war Teil des großen Filmfestivals. Gemeinsam mit ihren Kolleg/innen in der Ökumenischen Filmjury sichtete und bewertete sie viele sehenswerte Filmbeiträge. Wichtige Auswahlkriterien waren dabei das Zusammenspiel ästhetischer, spiritueller und ethischer Aspekte in den Filmen. Vergeben wurden insgesamt drei Preise in den Kategorien „Wettbewerb“, „Panorama“ und „Forum“. Die Preise in den Kategorien „Panorama“ und „Forum“ waren jeweils mit 2.500 Euro dotiert, gespendet von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK; Panorama) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD; Forum). 

In der Kategorie „Internationaler Wettbewerb“ wurde ausgezeichnet:

Un año, una noche von Isaki Lacuesta (Spanien/Frankreich 2021).
Begründung: „Un año, una noche“ thematisiert seelische und gesellschaftliche Folgen des
Terroranschlages in der Diskothek Bataclan/Paris 2015. In intensiver Balance von präziser
Darstellung der menschlichen Schicksale und hervorragender künstlerischer Intensität in allen
Dimensionen von Filmsprache und Schauspielkunst zeigt der Film den lang dauernden
Trauerprozess eines jungen Paares (Celine und Ramón) nach dem Anschlag. Der innere
Kampf des tragenden Charakters in einem Leben mit dem Tod („Gott ist nicht ein Gott der
Toten, sondern der Lebenden“, Markus 12,27) ist so intim und intensiv, dass jener erst nach
Monaten realisiert werden kann. Von Anbeginn wird Gewalt nicht mit Hass beantwortet,
sondern mit Liebe (Matthäus 5,44f.). Nach Monaten des Rückzugs wird eine Öffnung des
Herzens für lebensvolle Beziehungen wieder möglich.

Ihren Preis in der Kategorie „Panorama“ vergab die Jury an:

Klondike von Maryna Er Gorbach (Ukraine/Türkei 2022).
Begründung: „Klondike“ spielt im Sommer 2014 an der russisch-ukrainischen Grenze. Der Film beginnt mit dem Einschlag einer Bombe, welche die Wand des Wohnhauses von Irka und Tolik zerstört. Die durchbrochene Wand gibt den Blick frei auf die umliegende Landschaft. Das Dorf wird zum Kriegsschauplatz, und Irka und Tolik werden zu Zeugen des
abgeschossenen Passagierflugzeugs MH17. Der russisch-ukrainische Konflikt zieht einen Riss mitten durch die Familie, da Irkas Bruder Tolik verdächtigt, selbst russischer Separatist zu sein. Die schwangere Irka weigert sich zu fliehen, während Tolik alles tut, um seine Frau und das ungeborene Kind zu beschützen. Auf eindrucksvolle Weise zeigt „Klondike“, wie das private Glück durch Krieg und Gewalt aus den Fugen gerät. Der Film ist herausragend in seiner Inszenierung, konzentriert sich ganz auf seine Figuren, deren Handlungsspielräume durch den Konflikt immer weiter minimiert werden. Sie agieren wie auf einer Bühne. Dadurch lenkt der Film unseren Blick auf die existenzielle Frage, was wichtiger ist: sich in Sicherheit zu begeben oder an der Heimat festzuhalten, und wo eine Aussicht auf neues Leben besteht.

Den Preis in der Kategorie „Forum“ verlieh die Jury an:

Geographies of Solitude von Jacquelyn Mills (Kanada 2022).Begründung: Der Film dokumentiert die Arbeit von Zoe Lucas, die ihr Leben dem Sammeln
und Archivieren der Flora und Fauna auf Sable Island gewidmet hat, einer kleinen Insel weit
vor der Küste von Nova Scotia. Mit bemerkenswerten filmischen Mitteln taucht er in die
Tiefenstrukturen des Lebens dort ein und schafft Bilder und Klang von großer Schönheit.
Mills zeigt die Natur auf dieser entlegenen Insel als einen Ort der Stille und des
fortwährenden Werdens und Vergehens des Lebens. Die Entdeckung, dass Lucas im Zuge
ihrer Arbeit die gewaltigen Mengen Plastikmülls im Nordatlantik dokumentiert, ist ein
Schockmoment für die Filmemacherin und das Publikum und erzeugt so ein Bewusstsein für
dieses dramatische ökologische Problem.

Wir gratulieren allen Gewinnern sehr herzlich!

Evangelische Akademie Frankfurt
Ökumenische Filmjury auf der 72. Berlinale 2022
Evangelische Akademie Frankfurt
Ausgezeichnet in der Kategorie „Internationaler Wettbewerb“ (v.l.n.r.): Noémie Merlant, Natalia De Molina, Isaki Lacuesta, Alba Guilera, Carlo Chatrian und Nahuel Pérez Biscayart bei der Premiere von „Un año, una noche“
Evangelische Akademie Frankfurt
Filmstill „Un año, una noche“
Evangelische Akademie Frankfurt
Filmstill „Klondike“
Evangelische Akademie Frankfurt
Die Jury und die „Panorama“-Gewinner/innen (v.l.n.r.): Margrit Frölich, Magali Van Reeth (Jurypräsidentin), Roland Kauffmann, Maryna Er Gorbach (Regisseurin „Klondike“), Martin Ostermann, Mehmet Bahadir Er (Produzent „Klondike“)
Evangelische Akademie Frankfurt
Filmstill „Geographies of Solitude“

Videoreihe Kaube im Gespräch

Nicola Gess – „Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit“

Nicola Gess – „Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit“

Heinz Drügh – „Gegenwartsästhetik“

Heinz Drügh – „Gegenwartsästhetik“

 1.02.2022  „Kaube im Gespräch“ ist eine neue Reihe zu aktuellen Sachbüchern, die in Kooperation mit dem Kulturamt Frankfurt stattfindet. Gastgeber und Kurator ist Jürgen Kaube. Der Publizist, Träger des ersten Deutschen Sachbuchpreises und Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, stellt zweimal im Jahr aktuelle Titel, die ihm besonders aufgefallen sind, im Gespräch mit den Autorinnen und Autoren vor.

Tanzen für Akzeptanz und ein demokratisches Miteinander

Hip-Hop-Workshop an der Gesamtschule Gedern

 24.1.2022  Im Akademie-Kooperationsprojekt „Hip-Hop United“ fand im Dezember 2021 ein Tanzworkshop an der Gesamtschule Gedern im Wetteraukreis statt. Dabei konnten die Schüler/innen der Jahrgänge 7 und 8 über gemeinsame Gespräche, sogenanntes „Partnering“ sowie die Hip-Hop-Kultur und ihre Tanzformen viel Spaß an Bewegung, Rhythmus und Tanz haben – sowie im Austausch miteinander die eigenen sozialen Kompetenzen erweitern.

Die drei Workshops waren nach dem Prinzip des Stationenlernens organisiert. Zu Beginn führten sechs aus dem Gießener Raum stammende Tanzprofis, die schon einige nationale und internationale Preise in der Hip-Hop-Community erworben haben („Battle of the Year“ 2018 und „Masters of Dance“ 2019), eine mitreißende Show vor. Nach dem Aufwärmen im Anschluss erlernten die Schüler/innen die Schrittfolge für eine Hip-Hop-Choreografie, die später gemeinsam präsentiert wurde.

In Kleingruppen tauschten sich die Schüler/innen außerdem zu den folgenden Fragestellungen aus: Was brauchen wir für ein friedliches Zusammenleben? (Einige Antworten: Respekt, Vertrauen, Humor, Hilfsbereitschaft, Privatsphäre, intakte Natur). Und: Was sind dabei häufig die Störfaktoren? (Einige Antworten: Rassismus, Vorurteile, Bodyshaming, Egoismus, soziale Probleme, Social Media.) Die Schüler/innen trugen ihre Gedanken in Mindmaps zusammen. Viele zeigten zum Abschluss im „Cypher“ unter großem Beifall ihre ganz persönlichen Dancemoves.

Bericht: Britta Schäfer-Clarke
Fotos: Maresch, Lehrerschaft Gesamtschule Gedern

Evangelische Akademie Frankfurt
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Evangelische Akademie Frankfurt
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„Raum für persönliches Wachstum geben“

Silvia Genz koordiniert Junge Akademie

 20.1.2022  Die Junge Akademie Frankfurt, das Nachwuchsprogramm der Evangelischen Akademie Frankfurt, hat eine neue Koordinatorin. Silvia Genz, Diplom-Sozialwissenschaftlerin und Master of Science Communication and Marketing, hat im Januar 2022 die Leitung für den aktuellen sechsten Jahrgang des Stipendienprojekts übernommen. Als systemische Coach und Moderatorin begleitet sie freiberuflich Menschen und Teams in Non-Profit- und Bildungsorganisationen. Sie arbeitete mehrere Jahre am Deutschen Jugendinstitut sowie an der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in den Themenfeldern Frühe Bildung und kommunale Integration von Menschen mit Fluchterfahrung.

Ihrer neuen Aufgabe blicke sie mit Vorfreude entgegen, so Genz: „Es ist mir ein Herzensanliegen, die jungen Stipendiat/innen nicht nur bei der Entstehung ihrer Projekte zu unterstützen, sondern ihnen auch Raum und Erfahrungen für persönliches Wachstum und individuelle Entwicklung zu ermöglichen.“ Die Akademie heißt die neue Kollegin herzlich willkommen und wünscht ihr für ihre Arbeit Gottes Segen.

Evangelische Akademie Frankfurt

Nähe

Das Programm von Januar bis Juli

 5.1.2022  Seit Monaten üben wir den kreativen Umgang mit der Distanz, um Nähe zu imitieren. Oft digital, manchmal physisch, immer jedoch anders, als wir es früher gewohnt waren.

Mit dem neuen Halbjahresprogramm zum Schwerpunktthema „Nähe“ lädt die Evangelische Akademie Frankfurt von Januar bis Juli 2022 dazu ein, über soziale Fragen nachzudenken, die großen Herausforde­rungen unserer Zeit mit anderen zu bearbeiten und dabei den Schwachen eine Stimme zu geben und für sie zu streiten – und hoffentlich auch bald wieder persönliche Begegnung zu erleben.

Evangelische Akademie Frankfurt

Videoreihe Chancen.Bildung

Hanna-Lena Neuser & Kai Maaz

Hanna-Lena Neuser & Kai Maaz

Hanna-Lena Neuser & Julian Garritzmann

Hanna-Lena Neuser & Julian Garritzmann

 1.12.2021  Die Evangelischen Akademien Bad Boll, Berlin, Hofgeismar, Frankfurt und Sachsen – im Verbund der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung – wollen gemeinsam eine breite und konstruktive öffentliche Debatte über ungleiche Bildungschancen und mögliche Schritte hin zu einer gerechteren Bildung in Deutschland anregen. In der achtteiligen Videoreihe „Chancen.Bildung“ auf Youtube werden unterschiedliche Perspektiven entfaltet, die im Anschluss in regionalen und bundesweiten Veranstaltungen an den beteiligten Akademien diskutiert werden. In zwei Videos, die am Standort Frankfurt produziert wurden, kommt Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser mit den Bildungsforschern Prof. Dr. Kai Maaz und Prof. Dr. Julian Garritzmann ins Gespräch.

Ernennung als kommissarische Direktorin

Hanna-Lena Neuser rückt vor ins Leitungsamt

 25.11.2021  An der Spitze der Evangelischen Akademie Frankfurt gibt es einen Zuständigkeitswechsel. Hanna-Lena Neuser, bisher stellvertretende Akademiedirektorin, rückt vor in das Amt einer kommissarischen Direktorin. Sie ist bis auf Weiteres exklusiv mit der Leitung der Akademie beauftragt. In dieser Zeit pausiert sie mit ihrer Arbeit als Studienleiterin im Themenfeld Europa & Jugend, für das eine neue verantwortliche Person an die Akademie kommen wird.

„Wir freuen uns sehr, dass wir weiter vertrauensvoll mit Hanna-Lena Neuser zusammenarbeiten können und dass sie ihre vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen in die Leitung der Akademie einbringen wird“, sagt Sabine Bertram-Schäfer, Vorsitzende des Akademievorstands Kleiner Konvent. Die Entscheidung des Kleinen Konvents wurde auch von der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bestätigt. Die Ernennung einer kommissarischen Leitungsperson war notwendig geworden, da es im laufenden Kalenderjahr nicht gelungen war, den im März 2021 vakant gewordenen Direktor/innenposten in der Akademie neu zu besetzen.

Hanna-Lena Neuser ist die erste Frau, die an der Spitze der Evangelischen Akademie Frankfurt steht. Die 41 Jahre alte Politik- und Erziehungswissenschaftlerin stammt gebürtig aus Frankfurt. Seit November 2015 ist sie an der Evangelischen Akademie beschäftigt, wo sie unter anderem für Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren das Nachwuchsprogramm Junge Akademie aufbaute. Zuvor war sie unter anderem Studienleiterin des Jungen Forums der Evangelischen Akademie Tutzing und Studienmanagerin an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing. Neuser ist verheiratet und hat drei Kinder.

Evangelische Akademie Frankfurt

Akademiepreis „Inspiratio!“ verliehen

500 Euro für Initiativen-Finder

 29.10.2021  Jedes Jahr entwickeln die Stipendiat/innen der Jungen Akademie Frankfurt innovative und kreative Projektideen für eine stärkere Demokratie. Bei der diesjährigen Abschlusspräsentation am 28. Oktober 2021 ist eine davon erstmals mit dem „Inspiratio!“ ausgezeichnet worden, einem Preis, den der Förderverein der Akademie vergibt. „Unser Ziel ist es, die nachhaltige Umsetzung einer Projektidee zu unterstützen“, sagt Fördervereinsvorsitzende Renate Knapp. „Einerseits finanziell, andererseits mit der Zusage an das Projektteam, unsere persönlichen Netzwerke zu öffnen und unser berufliches Fachwissen zur Verfügung zu stellen.“

Der „Inspiratio!“ ist mit 500 Euro dotiert. Erster Preisträger ist ein Team aus sechs jungen Erwachsenen, die „SichtbarWerden“ erfunden haben – eine digitale Suchmaschine, mit der Engagierwillige regionale Initiativen im Netz finden können, um sich dort passend zu ihren persönlichen Interessen ehrenamtlich einzubringen. Ein Prototyp für die Onlineplattform ist bereits entwickelt, mit dem Startkapital aus dem Förderpreis soll die weitere Umsetzung und Gestaltung angestoßen werden. Wer die Idee privat unterstützen möchte, kann sich unter office@evangelische-akademie.de an die Akademie wenden.

„Ich freue mich sehr, dass wir im fünften Jahr der Jungen Akademie erstmalig eine der Projektgruppen für ihre Idee und ihr Engagement besonders ehren können“, sagt Akademieleiterin Hanna-Lena Neuser. „Ich danke dem Förderverein sehr, dass er das möglich macht.“ Für den sechsten Jahrgang der Jungen Akademie, der 2022 an den Start geht, werden derzeit 30 neue Stipendiat/innen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren gesucht. Alle Informationen zur Bewerbung gibt es unter www.junge-akademie-frankfurt.de.

Evangelische Akademie Frankfurt
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Förderverein mit neuer Spitze

Renate Knapp ist Vorsitzende

 1.10.2021  Der Förderverein der Evangelischen Akademie Frankfurt hat eine neue Spitze. Die Kommunikationsexpertin Renate Knapp ist nun neue Vorsitzende, die Archivarin Nicole Lauterwald fungiert als stellvertretende Vorsitzende. Neu im Gremium ist auch der Betriebswirt Dr. Albrecht Reihlen. Im Vorstand bleiben weiterhin der Jurist Christian W. Jakob als Schatzmeister sowie der Theologe und Journalist Volker Rahn als Schriftführer.

Bei der Mitgliederversammlung am 25. Juni wurden für die neue Vereinsspitze bereits die Weichen gestellt. Sie beschloss eine Erweiterung des Vorstands und wählte Renate Knapp einstimmig zur neuen Vereinsvorsitzenden. Die Kommunikationsexpertin war zuvor bereits stellvertretende Vorsitzende. Sie löst den langjährigen Vereinsvorsitzenden Dr. Rudolf Kriszeleit ab. Der Jurist schied auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Kriszeleit stand seit der Gründung des neuen Akademie-Fördervereins 2012 an dessen Spitze. Zuvor hatte er sich zudem viele Jahre lang als Vorsitzender des Freundeskreises der Akademie Arnoldshain engagiert. Kriszeleit wurde nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zum Ehrenmitglied des Fördervereins ernannt.

Im Namen des Vereins dankte Schriftführer Volker Rahn dem bisherigen Vorsitzenden für seine „unermüdliche Vernetzungsarbeit in und weit über Frankfurt hinaus“. Rahn bezeichnete Kriszeleit als „geschickten Zusammen-Fädeler“, dem es mit seiner „klaren juristische Art und seinem großen Humor – gerade dann wenn es auch brenzlig wird“ gelungen sei, die früheren Fördervereine der Akademie Arnoldshain und der Frankfurter Stadtakademie zusammenzuführen.

Die Evangelische Akademie Frankfurt ist als Verein organisiert. Um ihre Unabhängigkeit zu erhalten, baut sie auf eine engagierte Akademie-Community. Der Förderverein unterstützt zusätzlich mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen besondere Projekte und Veranstaltungen der Akademie. Sie sollen über die Grenzen von Religionen, Generationen und Nationen hinweg Menschen verbinden und den gesellschaftlichen Diskurs anregen.

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Staffelübergabe: Dr. Rudolf Kriszeleit, Renate Knapp
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Neuzugänge: Nicole Lauterwald, Dr. Albrecht Reihlen
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Sechserpack: Der neue Vorstand und sein Ehrenmitglied

Leitungsstelle bleibt vakant

Rückzug von Roger Mielke

 27.9.2021  Das Leitungsamt der Evangelischen Akademie Frankfurt bleibt vorerst unbesetzt. Dr. Roger Mielke, der zum 1. Oktober 2021 neuer Akademiedirektor werden sollte, hat sich aus persönlichen Gründen dagegen entschieden, sein Amt wie geplant anzutreten. Er wird seine Arbeit am Zentrum Innere Führung der Bundeswehr fortsetzen. Die Akademie und ihr Vorstand, der Kleine Konvent, bedauern die Absage und wünschen Roger Mielke für seinen weiteren Weg alles Gute und Gottes Segen.

Infolge der Absage verlängert sich die Vakanz des Direktorenpostens, zu der es nach dem Ausscheiden des vormaligen Akademiedirektors Dr. Thorsten Latzel im vergangenen März gekommen war. Bis eine neuerliche Entscheidung über die Besetzung der Stelle getroffen werden kann, wird die Akademie weiterhin kommissarisch von Hanna-Lena Neuser geleitet, die stellvertretende Direktorin des Hauses ist.

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Bleibt Militärdekan in Koblenz: Dr. Roger Mielke

Die anderen

EKHN-Kunstinitiative in Wiesbadener Kirchen

 25.8.2021  Wer sind „die anderen“ in unserer Gesellschaft? Abgrenzungen, soziale Distanzierung und gesellschaftliche Divergenzen prägen unsere Zeit ebenso wie das Bemühen um Integration und Verständigung. Die Kunstinitiative der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) präsentiert zu diesem Thema eine dreiteilige Ausstellung in verschiedenen Kirchen in Wiesbaden. Drei Künstler/innen stellen ihre Ideen mit raumgreifenden Installationen vor, die zum Nachdenken reizen:

  • Ivana Matić (Mainz)
  • Patrick Wüst (Kiel)
  • Jonas Grubelnik (Kassel)

Die Kunstinitiative ist der Kunstpreis der EKHN. Er ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und versteht sich als Förderpreis für junge Kunstschaffende, aber auch als Unterstützung für die Kulturarbeit in den gastgebenden Kirchen. Die Arbeiten der von einer unabhängigen Fachjury ausgewählten Preisträger/innen entstehen im Rahmen eines kuratierten Verfahrens. Das Projekt steht unter der Leitung des Zentrums Verkündigung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden. Es wird von der EKHN Stiftung unterstützt. 

Ein kultureller Dialog (Bergkirche)
Für die Bergkirche hat Ivana Matić weit über hundert Fliesen bemalt und mit einem befreundeten Keramiker in ihrem Herkunftsland Serbien hergestellt. Die Motive vermitteln zwischen zwei Kulturen sowie zwischen Tradition und Moderne. Mit vielen Immigrant/innen teilt die Künstlerin das Gefühl, sowohl dort als auch hier zu „den anderen“ zu gehören.

Eine andere Welt (Kreuzkirche)
Mit einer Videoinstallation in der Kreuzkirche und Modellen aus seinem Filmatelier lädt Patrick Wüst zu einer imaginären Reise an verlorene Orte ein. Zeigen sie die Zukunft einer vernarbten Natur nach der Menschheit? Sind wir „die anderen“ in dieser Welt? Oder gibt es eine bessere Zukunft für uns, wenn wir bereit sind, uns zu verändern?

Eine zufällige Trennung (Marktkirche)
Was trennt uns von „den anderen“? Kann auch ich plötzlich zu „den anderen“ gehören? Diese Fragen stellt Jonas Grubelnik, indem er den Raum der Marktkirche in zwei Hälften teilt. Zufällig findet man sich auf einer der beiden Seiten wieder. Die textile Installation wird zum Spiegel für gesellschaftliche Prozesse und lässt Raum für die persönliche Erfahrung.

Mit einem Gottesdienst am 29. August 2021 um 10 Uhr in der Wiesbadener Kreuzkirche wird die Ausstellung festlich eröffnet. Die Arbeiten in der Bergkirche und der Kreuzkirche sind danach bis zum 3. Oktober 2021 zu sehen. Das Kunstwerk in der Marktkirche wird vom 15. September bis 1. Oktober 2021 gezeigt.

Ein Begleitprogramm mit Führungen, Gesprächen, Lesungen und Konzerten wird mit Rücksicht auf die Pandemiesituation gestaltet. Ein Katalog mit allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen erscheint im Herbst. Aktuelle Termine und Hinweise finden sich auf der Website der Kunstinitiative.

Evangelische Akademie Frankfurt
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Ivana Matić
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Patrick Wüst
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Jonas Grubelnik

75 Jahre, 7.5 Filme

Die Doku zum Jubiläum

 26.6.2021  75 Jahre evangelische Akademiearbeit in Hessen und Nassau: Die Akademie feiert ihr großes Jubiläum in diesem Sommer nicht mit einer Festschrift, sondern mit einem Dokumentarfilm in mehreren Teilen. 25 Personen, die der Akademie als Mitarbeitende, Gäste oder Beobachter/innen verbunden sind, berichten vor der Kamera von ihren Herzensthemen und Erlebnissen und stellen so das breite Spektrum des Akademielebens dar.

Inhalte der 7.5 Filme sind unter anderem das christlich-jüdische Gespräch am früheren Akademiestandort Arnoldshain sowie weitere dort entwickelte Formate wie die Arnoldshainer Filmgespräche und die Arnoldshainer Hospiztage. Es wird aber auch kritisch reflektiert, wie sich die Akademie von einem „Männerwerk“ in der Nachkriegszeit erst zu einer Institution entwickeln musste, die auch Frauen offenstand und sich insgesamt für Diversität und Vielfalt einzusetzen begann. Ebenfalls erzählt wird von der Evangelischen Stadtakademie „Römer 9“ in Frankfurt, die sich nach der Jahrtausendwende mit Kunstaktionen einen Namen machte und ebenfalls eine Vorgängerinstitution der heutigen fusionierten Akademie ist.

Zum ersten Mal gezeigt wurde die Doku in der Jubiläumsfeier und Johannisnacht am 25. Juni 2021. Ab sofort ist sie auch online zu sehen. Die einzelnen Filme im Überblick:

1. Akademie + Demokratie
2. Akademie + Dialog
3. Akademie + Kino
4. Akademie + Ethik
5. Akademie + Emanzipation
6. Akademie + Stadt
7. Akademie + Transformation
7.5 Akademie + Jugend

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Trauer um Wolfgang Metzler

Langjähriges Mitglied des Großen Konvents gestorben

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)

 12.4.2021  Die Evangelische Akademie Frankfurt trauert um Prof. Dr. Wolfgang Metzler. Der frühere Mathematik- und Musikprofessor der Goethe-Universität Frankfurt, der am 2. April 2021 im Alter von 79 Jahren starb, gehörte zu den überaus engagierten Persönlichkeiten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Seit 1967 übte er zahlreiche, zum Teil kirchliche Ehrenämter aus: zunächst als Leiter des Kirchenchors der Evangelischen Kirchengemeinde Usingen (bis 2011), als Prädikant der EKHN (seit 1987) sowie als mehrjähriges Mitglied der Synode des Evangelischen Dekanats Hochtaunus und des Arbeitskreises Kirchenmusik.

Darüber hinaus war er für die Musische Gesellschaft tätig und seit ca. 1975 Mitglied im Vorstand der Hessischen Heimvolkshochschule Burg Fürsteneck, dem Austragungsort der Hessischen Schülerakademien. Von 2006 bis 2011 hatte der den Vorstandsvorsitz inne. 2002 erarbeitete Wolfgang Metzler das Konzept für die Hessische Schülerakademie, das seit 2004 umgesetzt wird, bis 2012 unter seiner Co-Leitung (Oberstufe). Im November 2018, nach fast 60-jähriger Verbundenheit mit der Burg Fürsteneck und über 40-jähriger Mitwirkung im Vorstand, blieb er persönliches Mitglied des Trägervereins.

Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Herbst 2006 war er weiter in Forschung und Lehre und als Prüfer an der Goethe-Universität Frankfurt aktiv.

„Wolfgang Metzler war ein Mann, der mit seinem musikalischen und theologischen Engagement wichtige Spuren hinterlassen hat“, betont Hanna-Lena Neuser, Stv. Direktorin der Evangelischen Akademie Frankfurt. Als Mitglied des neu konstituierten Großen Konvents der fusionierten Akademie setzte er sich unermüdlich für den Erhalt des Themenfelds „Musik“ und den Dialog von Naturwissenschaft und Theologie ein. Noch vor wenigen Wochen bekräftigte er seinen Wunsch, im November für die Wiederwahl in den Großen Konvent zu kandidieren.

In der Evangelischen Akademie Frankfurt und einer ihrer Vorgängerinstitutionen, der Evangelischen Akademie Arnoldshain, war Wolfgang Metzler ebenfalls eine einflussreiche und aktive Persönlichkeit. Seit den 1970er-Jahren engagierte er sich im Großen Konvent. Später gehörte er den Arbeitskreisen „Musik“ und „Theologie und Gemeinde“ an, zeitweise jeweils als Vorsitzender. Im Frühjahr 2015 fand die 40. und letzte Arnoldshainer Musik-Improvisationswerkstatt in Kooperation mit der Musischen Gesellschaft und dem Evangelischen Dekanat Hochtaunus im Martin-Niemöller-Haus statt. In Zusammenarbeit mit seiner Frau Ingrid Baumann-Metzler und Gabriele Stenger-Stein (eh. Dr. Hoch’s Konservatorium) entwickelte Wolfgang Metzler auf den Wochenendtagungen spielerische und konzentrierte Formen gemeinsamen Musizierens mit Stimme, Rhythmus- und anderen Instrumenten. Musik hören und Gespräche ergänzten die praktische Arbeit mit Anfänger:innen und Fortgeschrittenen in musikalischer Improvisation, Studierenden musikalischer Disziplinen und interessierten „Laien“.

Ihm selbst war die Orgel ein „ans Herz gewachsenes Instrument“. Gern hat er zusammen mit seiner Frau Ingrid und guten Freunden Abendkonzerte gegeben. Es machte ihm Freude, ganze Gottesdienste improvisatorisch auszugestalten und auf einzelne Instrumente abzustimmen. Ins Reisegepäck der Metzlers gehörten Mathematikbücher und Krimis, die die Eheleute nach Lanzarote und Südtirol begleiteten.

Die Evangelische Akademie Frankfurt trauert um ihr früheres Konventsmitglied Wolfgang Metzler und spricht seiner Familie, auch im Namen der Konvente und der Vorsitzenden der Konvente, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer, ihr herzliches, tief empfundenes Beileid aus.

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„Vater der Schülerakademien“: Wolfgang Metzler (1941–2021)

Friede für Afrika

Neue Buchveröffentlichung kostenfrei erhältlich

 1.3.2021  Afrika ist ein Kontinent der Zukunft. Davon handelt der neue Band von Studienleiter Dr. Eberhard Pausch, in dem das Akademieprojekt „Friede für Afrika – nachhaltig und gerecht“ dokumentiert wird. Alle Texte des Buches gelten der Frage, wie es möglich ist, etwas zu einem gerechten und nachhaltigen Frieden für den Kontinent Afrika beizutragen – nicht aus der Position der bundesdeutschen Politik heraus, sondern aus der Sicht der evangelischen Kirche als Teil der deutschen Zivilgesellschaft und damit auch als Gesprächspartnerin der Politik. Damit wird eine Perspektive eingenommen, die sich verpflichtet, auf afrikanische Stimmen zu hören – und die Botschaft von Personen wie Ngũgĩ wa Thiong’o, Felwine Sarr und Boniface Mabanza Bambu ernst zu nehmen. Das Buch ist gedruckt erhältlich, kann beim Verlag aber auch kostenfrei als PDF heruntergeladen werden.

Eberhard Martin Pausch: Kontinent der Zukunft. Friede für Afrika – nachhaltig und gerecht. Transcript Verlag, 152 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-8376-5719-7

Evangelische Akademie Frankfurt

75 Jahre Veränderung

Akademie startet in außergewöhnliches Jubiläumsjahr

 1.2.2021  Das noch junge Jahr 2021 ist für die Evangelische Akademie Frankfurt mit einem Paukenschlag gestartet: Dr. Thorsten Latzel, langjähriger Akademiedirektor, wird das Haus am Frankfurter Römerberg verlassen, um am 20. März sein neues Amt als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland anzutreten. Auf den 50-jährigen Theologen, Pfarrer und Blogger warten herausfordernde Aufgaben: privat ein Umzug mit Frau und drei Kindern von Darmstadt nach Düsseldorf, beruflich die geistliche Leitung der zweitgrößten evangelischen Landeskirche – mit besonderem Blick auf die Ansprache junger Erwachsener aus der zukunftsrelevanten Gruppe der 20- bis 40-Jährigen.

Latzels achtjährige Zeit an der Evangelischen Akademie Frankfurt war von ähnlichen Herausforderungen und Meilensteinen geprägt. 2013 übernahm er die Leitung des Hauses nur ein Jahr nach der Fusionierung der früheren Evangelischen Akademie Arnoldshain und der Evangelischen Stadtakademie Römer9. In den nächsten Jahren erweiterte die Akademie unter ihrem neuen Frankfurter Namen ihr inhaltliches Profil um Arbeitskreise wie „Gender“ und „Wirtschaft“ und veränderte sich auch äußerlich: 2014 erhielt sie ein neues Logo und ein passendes zeitgemäßes Erscheinungsbild, 2017 wurde der Neubau des Akademiegebäudes mit der charakteristischen Glasfassade enthüllt. Weitere wichtige Neuerungen waren die Einrichtung der Jungen Akademie Frankfurt – ein jährliches Stipendienprogramm für junge Erwachsene, das aktuell zum fünften Mal in Folge stattfindet – sowie der Aufbau der „digitalen Akademie“ auf Youtube und in den sozialen Medien.

Die Evangelische Akademie Frankfurt hat in den Jahren unter Latzels Führung einen steilen Anstieg ihrer öffentlichen Wahrnehmung erlebt. Mit ihrer prominenten Lage in der Frankfurter Altstadt ist sie heute einer der zentralen Diskursorte, in dem sich – unter Nicht-Corona-Bedingungen – vielfältige Personen aus der Rhein-Main-Region und dem ganzen Bundesgebiet versammeln, um über Schlüsselfragen der Gesellschaft, politische Kontroversen, Religion, Kultur und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren: religiöse wie säkulare Bürger/innen, Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur, interessierte Laien, Akademiker/innen, Schüler/innen und Studierende. Die Akademie ist noch einmal verstärkt in der Corona-Zeit zu einem überregional wirksamen digitalen Bildungsort avanciert, der mit seinen Livestreams, Podcasts, Impulstexten und pädagogischen Medienangeboten viele Menschen im Netz erreicht.

Der Weggang von Dr. Thorsten Latzel bedeutet einen Einschnitt. Zugleich ist die Akademie für die Zukunft bestens aufgestellt. Bis ein neuer Direktor oder eine neue Direktorin gefunden ist, rückt Hanna-Lena Neuser als stellvertretende Direktorin an die Spitze der Akademie. „Wir haben ein tolles Team, das professionell und kreativ die Herausforderungen meistert, die in der nächsten Zeit anstehen“, sagt die 40-Jährige, die zugleich Studienleiterin im Themenfeld Europa & Jugend ist. „Die Corona-Pandemie haben wir dazu genutzt, abwechslungsreiche Formate zu erproben, etablierte Netzwerke weiter zu entfalten und Akademie-Arbeit an manchen Stellen noch einmal ganz neu zu erfinden.“ Die Akademie wird dank der hohen Kompetenz ihrer Studienleiter/innen und aller Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle ihr Veranstaltungsangebot wie gewohnt weiterführen – pandemiebedingt vorläufig weiter rein digital.

Es gehört zu den besonderen Stärken der Akademie, kreativ auf Veränderungen zu reagieren und Perspektiven über den Horizont zu eröffnen. Daran soll gerade im laufenden Jahr erinnert werden. Denn 2021 feiert die Akademie auch ihr 75-jähriges Jubiläum. Aus einer Laienbewegung heraus wurde 1946 im hessischen Echzell jene Einrichtung gegründet, die ab 1948 als „Evangelische Akademie in Hessen und Nassau“ geführt wurde. Gründungsdirektor war Hans Kallenbach, Mitbegründer Ernst zur Nieden. Zu den späteren Leitungspersönlichkeiten gehörten Martin Stöhr, Leonore Siegele-Wenschkewitz und Hermann Düringer – und in der fusionierten Stadtakademie Römer9 Ute Knie. In der Johannisnacht, dem traditionellen Sommerempfang der Akademie, wird dieses Jahr am 25. Juni die bewegte Akademiegeschichte in ungewöhnlicher, kreativer Weise zum Leben erweckt.

Wichtige Termine 2021:

  • 13. März: Verabschiedung von Dr. Thorsten Latzel
  • 25. Juni: Johannisnacht mit Jubiläumsfeier
  • Herbst: Amtsantritt des neuen Direktors oder der neuen Direktorin

Neues Amt für Thorsten Latzel

Akademiedirektor wird Präses im Rheinland

 14.1.2021  Dr. Thorsten Latzel, Pfarrer und Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt, wird Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Die Landessynode, das oberste Leitungsgremium der rheinischen Kirche, wählte ihn mit 113 von 190 abgegebenen Stimmen zum Nachfolger von Präses Manfred Rekowski, der im März in den Ruhestand geht. Latzel nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen der Delegierten. Der Präses vertritt die rheinische Landeskirche in der Öffentlichkeit und steht der Landessynode und Kirchenleitung vor.

Mehr Informationen zur Präseswahl und zu den damit verbundenen Veränderungen für die Evangelische Akademie Frankfurt veröffentlichen wir in Kürze.

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Wechsel ins Rheinland: Dr. Thorsten Latzel (50) tritt sein neues Amt am 20. März 2021 an

Integrationspreis für Junge Akademie

5.000 Euro Preisgeld

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Von vorne links nach rechts: Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU), Akademiedirektor Dr. Thorsten Latzel, stv. Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser, dahinter: Projektassistentin Frauke Schneider sowie Stipendiat/innen der Jungen Akademie Frankfurt aus dem Jahrgang 2020: Jonathan Günther (Frankfurt), Emre Bilgrin (Mainz), Janka Visky (Frankfurt), Samantha Deutesfeld (Mainz) und Luca Neuperti (Frankfurt)

 8.12.2020  Die Junge Akademie Frankfurt ist eine von vier Gewinnerinnen des Integrationspreises der Stadt Frankfurt. Das einjährige Stipendienprogramm bietet jedes Jahr 30 jungen Menschen unter 30 Jahren Raum, um eigene demokratische Projekt umzusetzen. Es setzt sich seit 2016 für ein besseres Zusammenleben ein und baut Brücken in einer offenen, demokratischen Gesellschaft.

Am 8. Dezember 2020 verlieh Integrationsdezernentin Sylvia Weber sowohl den Integrationspreis als auch den ersten Anti-Rassismus-Preis. Die Ehrung fand aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen in einem kleinen, feierlichen Rahmen im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler hielt eine wertschätzende Laudatio auf die Junge Akademie. Die Verleihung wurde als Film aufgezeichnet und ist zu sehen unter www.amka.de. Nähere Informationen zur Jungen Akademie finden Sie unter www.junge-akademie-frankfurt.de.

Integrationsdezernentin Sylvia Weber: „Wir hatten in diesem Jahr so viele Einsendungen mit Vorschlägen wie nie zuvor. Das zeigt: Die Zivilgesellschaft lebt und sie wird gebraucht. Das Engagement der Vereine und Initiativen ist aktuell so wichtig wie nie.“ Akademiedirektor Dr. Thorsten Latzel sieht in dem Preis eine hohe Wertschätzung der Arbeit der Stipendiat/innen: „Unter unseren Teilnehmenden ist eine junge Architekturstudentin, die aus Afghanistan zugewandert ist, ein Mathematiker, eine Winzerin, ein syrischer Politikstudent, der sich gegen Antisemitismus engagiert. Was sie alle eint, ist ihr Engagement, ihre soziale Einstellung – und dass es einfach tolle Menschen sind. Wir fördern hier demokratische Verantwortungsträger der Zukunft, von denen wir selbst viel lernen. Es gibt wenige Dinge, die so tief glücklich machen, wie die Junge Akademie Frankfurt.“ 

Die weiteren Preisträger sind die Bildungsstätte Anne Frank, die Huayin Chinesische Sprachenschule und der Verein Infrau. Die Initiative Frankfurt Postkolonial wurde mit dem Anti-Rassismus-Preis gewürdigt. Alle Preisträger erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

Kleiner und Großer Konvent

Sabine Bertram-Schäfer übernimmt Vorsitz

 3.12.2020  Sabine Bertram-Schäfer, Dekanin und designierte Pröpstin für Nord-Nassau ab dem 1. Januar 2021, ist zur neuen Vorsitzenden des Großen und Kleinen Konvents der Akademie gewählt worden. Der Kleine Konvent ist der Vorstand des Akademievereins, der Große Konvent die Mitgliederversammlung. Bertram-Schäfer löst ihre Amtsvorgängerin Annegret Puttkammer ab, die zum Jahresende als Direktorin zum Neukirchener Erziehungsverein gewechselt ist. Oberkirchenrat Jürgen Mattis scheidet ebenfalls aus beiden Konventen aus und tritt seinen Ruhestand an. Die drei Vorstandsmitglieder Birgit Arndt, Oberkirchenrat Jens Böhm und Dr. Achim Knecht wurden für eine weitere Amtszeit im Kleinen Konvent wiedergewählt.

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Sabine Bertram-Schäfer, neue Pröpstin für Nord-Nassau und Vorsitzende der Akademiekonvente

„Protestantismus heißt Wagemut“

Thorsten Latzel kandidiert für Amt des Kirchenpräses im Rheinland

 30.11.2020  Dr. Thorsten Latzel, Pfarrer und Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt, ist einer von drei Kandidat/innen, die für das Amt des Präses in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) vorgeschlagen wurden. Er bewirbt sich um die Nachfolge von Präses Manfred Rekowski, der Anfang 2021 in den Ruhestand geht.

Am vergangenen Samstag hat Latzel sich mit einem halbstündigen Gottesdienst öffentlich vorgestellt. Der geistliche Impuls zum Advent, der in der Gustav-Adolf-Kirche in Düsseldorf-Gerresheim aufgezeichnet wurde, ist als Video auf Youtube abrufbar. In seiner Predigt spricht Latzel über die Bedeutung der Adventsbotschaft „Fürchte dich nicht!“ und über den protestantischen „Mut, mutig zu sein“.

In einem zweiten Video wird Latzel von der Journalistin Marija C. Bakker zu seiner Kandidatur befragt. Das Gespräch bietet die Möglichkeit, sich eine Vorstellung von Latzels Profil zu machen. Latzel äußert sich zu aktuellen Themen in Kirche und Gesellschaft aus evangelischer Perspektive und skizziert kirchenpolitische Maßnahmen – etwa zur Herausforderung der Landeskirche, die Lebensrealität von 20- bis 40-jährigen Kirchenmitgliedern abzubilden.

Die Evangelische Akademie Frankfurt unterstützt ihren Direktor bei seiner Bewerbung und erwartet gespannt die Entscheidung der EKiR, die am 14. Januar 2021 auf der digital stattfindenden Synode getroffen wird. Die Amtseinführung des oder der neuen Präses in der EKiR ist für den 20. März 2021 geplant.

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Trauer um Christine Noschka

Frühere Kirchendezernentin gestorben

 17.11.2020  Die Evangelische Akademie Frankfurt trauert um Oberkirchenrätin i. R. Christine Noschka. Sie starb im Alter von 66 Jahren bereits am 12. November 2020, wie ihre Familie heute mitteilte. „Christine Noschka hat sich außerordentlich um die Förderung der Bildungsarbeit in der EKHN verdient gemacht“, so Akademiedirektor Dr. Thorsten Latzel. „Die Akademie dankt ihr eine starke Unterstützung gerade in den anspruchsvollen Jahren der Fusion und des Umbaus. Sie hat aufseiten der Landeskirche wesentlich dazu beigetragen, dass diese Neuaufstellung so gut gelungen ist.“

Noschka, geboren 1954 in Nordhorn, war nach ihrem Theologie- und Psychologiestudium in Marburg und Bonn an verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet als Pfarrerin tätig. Von 2001 bis 2006 leitete sie das damals neu eingerichtete Zentrum Verkündigung der EKHN in Frankfurt, danach war sie von 2007 bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 2018 Dezernentin für Kirchliche Dienste in der EKHN. Sie setzte sich für Reformprozesse in der Kirche ein, etwa zum Thema Transsexualität. 2017/2018 initiierte sie im Rahmen des Reformationsjubliäums gemeinsam mit dem Bachchor Mainz und der Evangelischen Akademie Frankfurt das besondere musikalische Projekt „Im Spiegel der Angst“.

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Theologin mit Weitblick: Christine Noschka (1954–2020)

Bereits 8.800 Euro für die Junge Akademie

Hälfte des Spendenziels fast erreicht

 7.9.2020  Die Akademie bedankt sich herzlich bei allen Personen, die sich über den Sommer an der Spendenaktion für die Junge Akademie Frankfurt beteiligt haben. Seit dem Aufruf Anfang Juli sind bisher 8.800 Euro eingegangen. Teilbeträge davon wurden im Rahmen einer besonderen Aktion von der Frankfurter Sparkasse verdoppelt.

Die Eigenkosten der Akademie für das Stipendienprogramm Junge Akademie belaufen sich jährlich auf rund 20.000 Euro. Der aktuelle Spendenaufruf war nötig geworden, weil die Akademie in diesem Jahr Ausfälle in Höhe von rund 250.000 Euro hat – durch das Kürzen von Zuschüssen und den Ausfall des Vermietungsgeschäfts im Zuge der Corona-Pandemie. Jede einzelne finanzielle Zuwendung trägt dazu bei, die Junge Akademie auch 2021 wieder durchführen zu können.

Bitte spenden Sie, wenn es Ihnen möglich ist, mithilfe des Spendenformulars auf betterplace.org.

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Etappenerfolg: Der Spendenbalken wächst seit Wochen.

„Sofa-Akademie“ auf Spotify & Co.

Erster Akademie-Podcast startet

 2.9.2020  Die Akademie hat ab sofort einen eigenen Podcast. Er bietet die Möglichkeit, zahlreiche Veranstaltungen aus den vergangenen Wochen noch einmal in voller Länge anzuhören (zum Beispiel zu Hause beim Kochen) und mit einer Podcast-App auf dem Smartphone überall mit hinzunehmen (zum Beispiel auf den Weg zur Arbeit).

Die Länge der Folgen variiert zwischen etwa 45 und 90 Minuten. In jeder Folge sprechen Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur über Themen unserer Zeit, aktuell etwa Sterbehilfe, Wirtschaftskriminalität, soziale Spaltung oder Profifußball nach Corona. Neue Folgen werden regelmäßig ergänzt.

Der Podcast „Sofa-Akademie“ kann bei allen gängigen Dienstanbietern kostenfrei heruntergeladen und abonniert werden:

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Die Peercoaches gewinnen!

Auszeichnung im Wettbewerb Demokratisch Handeln

 18.6.2020  Im Qualifizierungsprogramm „Peercoach for Empowerment“ kamen im vergangenen Jahr junge Menschen mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund zusammen, um Gesellschaft und Bildung selbst mitzugestalten. Von Mai bis Oktober 2019 entwickelten sie in fünf Modulen eine eigene Bildungsveranstaltung für ein diverses, gleichaltriges Publikum. Auf dem Weg setzten sie sich mit Demokratie und Teilhabe auseinander, entdeckten eigene Stärken und Ressourcen und lernten voneinander. Am Ende entstand das vielfältige Programm für einen „Jugend-Empowerment-Tag“ mit vier verschiedenen Workshops, die von den Jugendlichen zum Teil selbst durchgeführt wurden. Es ging um Self-Expression, Freiheitserlebnisse, bewusste Ernährung und Demokratie-Dating – das, was die „Peercoaches“ persönlich bewegte.

Jetzt wurde die Arbeit der Projektgruppe und des dahinterstehenden Teams geehrt! Für den Wettbewerb Demokratisch Handeln waren bundesweit 330 Beiträge aus Schulen, Kitas und außerschulischen Einrichtungen eingereicht worden. Eine 40-köpfige Jury wählte Projekte in verschiedenen Kategorien aus. Die Peercoaches aus Frankfurt sind Preisträger/innen in der Kategorie Zusammenleben und Inklusion. Ihr Preis ist die Teilnahme an einer digitalen Lernstatt, bei der sie Webinare besuchen und sich mit anderen Preisträger/innen vernetzen können.

„Peercoach for Empowerment“ wurde von der Evangelischen Akademie Frankfurt in Kooperation mit dem hessischen Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, der Bildungsstätte Anne Frank und dem hessischen Kultusministerium angeboten. Wir gratulieren unseren Peercoaches und freuen uns sehr über ihren Erfolg!

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Feierlaune: Die jugendlichen Teilnehmer der Projektgruppe wurden im Rahmen einer digitalen Preisverleihung geehrt
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„Peercoach for Empowerment“: Diesem Projekt hat die Jury ihre besondere Anerkennung ausgeprochen

Datenschutz ist wichtig!

Onlineveranstaltungen der Akademie erfüllen die DSGVO

 23.4.2020  Seit Beginn der Corona-Pandemie führt die Evangelische Akademie Frankfurt zahlreiche Veranstaltungen online durch. Die meisten davon finden als Videokonferenz bei Zoom statt, einem US-amerikanischen Dienstanbieter.

Zoom hat den Vorteil, dass es leicht bedienbar ist und auch dann noch leistungsfähig bleibt, wenn viele Personen gleichzeitig zugeschaltet sind. Der digitale Kommunikationsraum wirft aber die Frage auf, wie hier mit sensiblen Gesprächsinhalten und persönlichen Daten umgegangen wird. Zoom und ähnliche Unternehmen standen zuletzt häufig in der öffentlichen Kritik, weil sie die Privatsphäre der Nutzer nicht ausreichend schützten.

Die Akademie hat sich deshalb dafür entschieden, einen sicheren Weg zu gehen. Wir kooperieren mit Connect4Video, einer deutschen Firma aus Rüsselsheim. Deren Datenschutzmanagement erfüllt sowohl die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als auch diejenigen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und des EKD-Datenschutzgesetzes.

Connect4Video macht es möglich, die beliebte Infrastruktur von Zoom zu nutzen, dabei aber sämtliche Medienströme – Bildschirminhalte, Video- und Toneinspielungen sowie Chatmitteilungen – auf Servern in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zu hosten. Was die Gesprächsteilnehmenden kommentieren, fragen oder kritisieren, wird nach hiesigen Standards verarbeitet und nicht in die USA weitergeleitet.

Zugleich ist es auch bei diesem sicheren Verfahren technisch unvermeidlich, dass die Zoom-Infrastruktur, die zur Durchführung der Meetings genutzt wird, Metadaten der Nutzer speichert. Dies betrifft etwa die IP-Adressen der zugeschalteten Personen, die Dauer des Zugriffs auf das Meeting sowie ähnliche übergeordnete Informationen. Allerdings: Solche allgemeinen Daten werden von praktisch allen Internetseiten und Onlinediensten erhoben und lassen keinen direkten Einblick in die Gedankenwelt der Nutzer – beispielsweise ihre politischen oder religiösen Ansichten – zu.

(Zoom hat zudem die Weitergabe von Metadaten an Facebook gestoppt, über die im Frühjahr 2020 berichtet worden war. Nutzern der iOS-App wird empfohlen, die neueste Version zu installieren.)

Die Akademie setzt sich insbesondere in digitalen Corona-Zeiten für den Datenschutz ein und möchte Teilnehmende ihrer Onlineveranstaltungen bestmöglich schützen. Wer an unseren Themen interessiert ist, sich aber generell nicht auf Zoom betätigen möchte, hat alternativ die Möglichkeit, Zoom-Debatten als Livestream oder Video auf Youtube anzuschauen.

Wenn Sie hierzu Fragen haben, können Sie uns eine E-Mail schicken an office@evangelische-akademie.de.

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Neue Projektleiterin

für Prävention & politische Bildung

 5.4.2020  Die Evangelische Akademie Frankfurt freut sich, eine neue Koordinatorin des Projekts „Alles Glaubenssache? Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität“ in ihrem Team begrüßen zu können: Die Bildungsarbeiterin Annette Lorenz tritt ihr Amt in den ersten Apriltagen 2020 an.

Lorenz studierte an der Fachhochschule Frankfurt Soziale Arbeit. Sie fasst zunächst in der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Schwerpunkt Migrationspädagogik Fuß. Danach arbeitete sie in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit zu den Themen religiöse Vielfalt, Rassismus und Antisemitismus, zuletzt in der Bildungsstätte Anne Frank. Ihre Praxiserfahrungen ergänzte sie durch das Masterstudium „Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit“ an der PH Karlsruhe.

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„Du sollst nicht horten“

10 Gebote für die Corona-Zeit

 15.3.2020 

1. Du sollst deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe. Übe dich in „liebevoller Distanz“. Auf deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen zu achten ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.

2. Du sollst nicht horten – weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gästeklo zu Hause.

3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.

4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fastenzeiten. Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.

5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit. Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon. Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über dich selbst. Da macht man erst mal nichts falsch, und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.

6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, halfen Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge füreinander. Das ist auch heute sicher hilfreich.

7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben. Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den du selbst gern um dich hättest.

8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen: Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten. Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht dich auch selbst frei.

9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen. Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus dir und anderen herausholt.

10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

Verfasser: Dr. Thorsten Latzel

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