Neuigkeiten

aus der Akademie

Bleiben Sie auf dem Laufenden! An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus unserem Akademieleben. Mehr aktuelle Berichte, Fotos und Videos finden Sie auf YouTube und in den sozialen Medien.

Trauer um Micha Brumlik

Zum Tod des Wegbegleiters im jüdisch-christlichen Dialog an der Evangelischen Akademie Arnoldshain

 13.11.2025  Die Evangelische Akademie Frankfurt trauert um Prof. Dr. Micha Brumlik, der am 10. November 2025 im Alter von 78 Jahren in Berlin gestorben ist. Er war ein langjähriger Kooperationspartner der Evangelischen Akademie am früheren Standort Arnoldshain und einer ihrer wichtigen Wegbegleiter im jüdisch-christlichen Dialog.

Am 4. November 1947 als Sohn jüdischer Eltern in Davos/Schweiz geboren, lebte Micha Brumlik ab 1953 mit seiner Familie in Frankfurt. Er studierte dort Pädagogik, Philosophie und Soziologie.

Als Professor für Erziehungswissenschaft in Heidelberg (1981–2000), als Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt (2000–2013) und als Direktor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt (2000–2005) hat Micha Brumlik seit Beginn der frühen 1980er-Jahre zahlreiche Tagungen zu Themen der gesellschaftspolitischen Jugendbildung und zum jüdisch-christlichen Dialog in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain geplant und durchgeführt. Darüber hinaus wirkte er auch als Referent bei vielen Veranstaltungen mit.

Micha Brumlik war langjähriges Mitglied der 1961 gegründeten AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und hatte dort von 1992 bis 2006 gemeinsam mit Klaus Wengst den Vorsitz inne. Die Jahrestagungen der AG fanden bis 2011 in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain im Martin-Niemöller-Haus statt. Darüber hinaus hat Micha Brumlik das Arnoldshainer Akademieleben vielfältig bereichert: durch seine lebendigen, profunden Vorträge zu kulturtheoretischen und gesellschaftlichen Themen wie auch durch seine Freude am Gespräch – etwa über die Oper, die er liebte. Er kannte sich aus mit den Schlüsseltexten der christlichen wie der jüdischen Tradition; die hermeneutische Beschäftigung mit beiden war ihm wichtig.

Im Rahmen des internationalen Symposiums „Das Jüdische Erbe Europas – Geschichte und Identität. Martin Buber zum 125. Geburtstag“ in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain, der Hermann-Cohen-Akademie, der Universität Kassel und der Martin-Buber-Gesellschaft wurde Micha Brumlik 2003 mit der Hermann-Cohen-Medaille für Jüdische Kulturphilosophie ausgezeichnet. Die Hermann-Cohen-Akademie würdigte damit das Lebenswerk des international bekannten Erziehungswissenschaftlers und Publizisten.

Seit 2013 war Micha Brumlik Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und seit 2017 Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt. 2025 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Die Evangelische Akademie trauert um ihren Wegbegleiter Micha Brumlik und spricht seiner Familie – auch im Namen der Konvente und deren Vorsitzenden, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer und Stadtdekan Holger Kamlah – ihr herzliches Beileid aus.

Im Namen der Mitarbeitenden der Evangelischen Akademie Frankfurt

Hanna-Lena Neuser
Akademiedirektorin

Micha Brumlik bei einem Vortrag im Jahr 2012 (Foto: Heinrich-Böll-Stiftung, creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Ina Hammel koordiniert Projekt „ContraCode“

Schulung von Ehrenamtlichen gegen Antisemitismus

 24.10.2025  Seit dem 7. Oktober 2023 sehen sich Jüdinnen und Juden verstärkt Diskriminierungen in allen Lebensbereichen ausgesetzt. Das von der hessischen Landesregierung geförderte Akademieprojekt „ContraCode“ soll dem entgegenwirken, indem ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter gegen Antisemitismus ausgebildet werden, die sich in Gemeinden und Kommunen für Aufklärung und Zusammenhalt starkmachen.

Zur Umsetzung des Vorhabens ist nun eine kompetente Projektleitung gefunden: Ina Hammel nimmt am 15. November 2025 ihre Arbeit an der Evangelischen Akademie Frankfurt auf. Sie studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Modern East Asian Studies an der Goethe-Universität Frankfurt. Zu ihren vielfältigen Arbeitsschwerpunkten in der politischen Bildungsarbeit gehörten zuletzt sportpädagogische Ansätze gegen Antisemitismus und Rassismus beim jüdischen Turn- und Sportverband Makkabi. Im Rahmen ihrer Tätigkeit für den Hessischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma bearbeitete sie das Thema Antiziganismus und übernahm hierzu Lehraufträge an der Technischen Universität Darmstadt. Als Autorin wissenschaftlicher Fachartikel untersuchte sie zudem Bezugnahmen auf die Teilung Deutschlands und den Begriff „Wende“ in Reden der AfD.

„Mit Ina Hammel gewinnen wir eine fachlich versierte, exzellent vernetzte und umsichtige Bildungsexpertin, die sich engagiert für Aufklärung und Dialog einsetzt“, sagt Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser. „Wir sind überzeugt, dass es ihr gelingen wird, Menschen in unserer Zivilgesellschaft zu ermutigen und zu befähigen, entschieden gegen Antisemitismus einzutreten – und dabei insbesondere in ländlichen Regionen wirkungsvolle Akzente zu setzen.“

Das Projekt „ContraCode“ ist auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt und wird vom Land Hessen vollfinanziert, im Rahmen der dritten Förderperiode des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“. Bis 2029 sind drei umfangreiche Schulungsdurchläufe geplant, die derzeit vorbereitet werden.

Ab nach Brüssel!

Junge Menschen erleben EU-Politik hautnah

 23.10.2025  Nicht viele unter 20-Jährige haben schon mal auf dem Stuhl von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gesessen. Die 25 jungen Personen, die mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau diesen Oktober nach Brüssel fuhren, hatten dazu die Chance,

Nicht nur im Ratsgebäude wurde die Gruppe herzlich empfangen – wo sie rote Teppiche betreten und hinter die Kulissen schauen durfte –, sondern auch im Europäischen Parlament, in der Kommission, bei der Ständigen Vertretung Deutschlands und in der Hessischen Landesvertretung. Überall haben die interessierten Teilnehmenden mit ihrer Wissbegierde beeindruckt.

Zwei Museen, Waffeln, Pralinen, die Kathedrale, ein Bingospiel, viel Laufen und das Treffen mit einer echten Lobbyistin standen ebenfalls auf dem Programm. Und natürlich wurde das Geheimnis gelüftet, warum belgische Fritten extra lecker (jedoch nicht unbedingt vegetarisch) sind!

Pudding gabeln mit Jugendlichen

Erfolgreicher Jahrgang von Team.Bilden

 22.10.2025  Gerade sieht man es überall: Junge Menschen verabreden sich über Social Media, um in der Öffentlichkeit gemeinsam Pudding mit einer Gabel zu essen. Was erst mal absurd klingt, zeigt den Wunsch nach einer verbindenden Freizeitaktivität, die billig ist und für alle zugänglich stattfindet. Sinnbildlich steht der Trend für eine Jugend, die Lust hat, Dinge anders zu tun. Warum also nicht auch in der Bildung „outside the box“ denken?

Das haben zwanzig junge Menschen in den vergangenen zwei Monaten getan. Es war wieder Zeit für Team.Bilden – das Qualifizierungsangebot der Evangelischen Akademie Frankfurt für die politische Jugendbildung. In drei mehrtägigen Modulen wurde die Teilnehmenden dafür ausgebildet, eigenständig Bildungsangebote durchzuführen. Inhaltliche Schwerpunkte waren in diesem Jahr der Umgang mit Rassismus und Antisemitismus sowie Demokratiefeindlichkeit im Netz.

Die unglaublich engagierten, tollen jungen Menschen stehen nun in den Startlöchern, um für unsere Demokratie einzustehen. Die Idee des Puddinggabelns haben sie in ihrem ersten eigenen Workshop-Konzept aufgegriffen und damit gezeigt: Jugendkulturelle Phänomene eignen sich hervorragend als Ansatzpunkt, um über Politik ins Gespräch zu kommen.

So wird bei uns in der Akademie aus „Pudding gabeln“ mehr als ein Social-Media-Trend – nämlich die Grundhaltung, auch die „heißen Eisen“ des Weltgeschehens mit Leichtigkeit und Verständnis für die Bedürfnisse der jungen Generation anzugehen.

„Wollen an uns selbst wachsen“

Neues FSJ-Duo startet

 26.9.2025  Seit Kurzem verstärken Mara Blum (20, Foto rechts) aus Budenheim und Sonja Wollmann (18, Foto links) aus Frankfurt das Team der Evangelischen Akademie Frankfurt im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres.

Mara Blum hat ihr Abitur am beruflichen Gymnasium in Mainz gemacht. Sie interessiert sich für gesellschaftskritische Themen und die Organisation von entsprechenden Bildungsangeboten. „Ich möchte lernen, wie man Veranstaltungen auf die Beine stellt, und dabei an mir selbst wachsen“, sagt sie.

Sonja Wollmann bringt einen Realschulabschluss mit und freut sich besonders auf die Zusammenarbeit im Team und den Einblick in den Veranstaltungsalltag. Auch sie möchte sich während ihrer FSJ-Zeit persönlich weiterentwickeln und praktische Erfahrungen sammeln.

Das Akademieteam heißt Mara und Sonja sehr herzlich willkommen – voller Vorfreude auf die Zusammenarbeit im kommenden Jahr.

Gemeinsamer Freiwilligendienst: Sonja Wollmann und Mara Blum

Gabriele Slutzky verstärkt den Vorstand

Neue Expertise und Impulse für den Förderverein

 24.9.2025  Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Fördervereins der Evangelischen Akademie Frankfurt, die am 27. Juni 2025 stattfand, wurde der Vorstand neu gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder stellten sich alle erfolgreich der Wiederwahl, so dass der Vorstand auch künftig von folgenden Personen geführt wird: Dr. Albrecht Reihlen als Vorsitzender, Nicole Lauterwald als stellvertretende Vorsitzende, Christian W. Jakob als Schatzmeister, Renate Knapp als Schriftführerin und Volker Rahn als Beisitzer.

Neu im Vorstand ist Gabriele Slutzky, die sich als weitere Beisitzerin zur Wahl stellte und einstimmig gewählt wurde.

„Wir freuen uns sehr, dass Gabriele Slutzky nun unser Team verstärkt. Mit ihr gewinnen wir eine erfahrene Juristin, die zudem durch ihr Engagement in ihrer Gemeinde, in der Synode und in der Schlichtungsstelle der EKHN wertvolle Einblicke in kirchliche Strukturen mitbringt“, so Dr. Albrecht Reihlen, Vorsitzender des Vereins.

Der Förderverein lädt seine Mitglieder am 16. Oktober um 17 Uhr zum Backstage-Event ins Bibelmuseum und zur nächsten Sitzung des Vorstands am 3. November um 18 Uhr sehr herzlich ein.

Amelie Rüppel leitet neues Themenfeld Finanzethik

Auftakt mit dreiteiliger Reihe „Grünes Geld?“ im Herbst

 29.8.2025  Die Evangelische Akademie Frankfurt erweitert ihre Programmangebote um das zukunftsweisende Themenfeld Finanzethik. Damit rückt sie ein Diskursgebiet in den Fokus, das für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung von zentraler Bedeutung ist. Denn wirtschaftliche und finanzielle Entscheidungen – ob im privaten Konsum, in Unternehmen oder bei Banken – haben tiefgreifende Auswirkungen auf Umwelt, soziale Gerechtigkeit und globale Verantwortung. Finanzethik beleuchtet die Werte, Prinzipien und Folgen solcher Entscheidungen und bietet Orientierung für alle, die verantwortungsbewusst handeln wollen.

Für die Konzeption und Betreuung des Themenfelds hat die Akademie Dr. Amelie Rüppel als freie Projektleiterin gewonnen. Sie studierte Evangelische Theologie und Politische Ökonomie in Marburg, Heidelberg und an der Yale University, wo sie an einem Projekt des Wirtschaftsnobelpreisträgers Robert J. Shiller mitwirkte. Im Februar hat sie ihr Promotionsprojekt zu religiösen Narrativen der Finanzkrisendeutung abgeschlossen. Hauptberuflich ist sie als Postdoc am Lehrstuhl für Bio- und Sozialethik an der Philipps-Universität Marburg tätig.

„Amelie Rüppel bereichert unser Programm mit neuen interdisziplinären Perspektiven“, sagt Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser. „Dank ihrer Forschung mit führenden Ökonomen und besten Kontakten in der Finanz- und Ethikwelt dürfen sich unsere Gäste auf spannende Themen, erstklassige Referierende und wertvolle Anregungen für Beruf und Alltag freuen.“

Eröffnet wird das Themenfeld Finanzethik mit der dreiteiligen Veranstaltungsreihe „Grünes Geld?“ am 11. September, 25. September und 9. Oktober. Beim ersten Termin der Reihe sind Jörg Eigendorf, Nachhaltigkeitschef bei der Deutschen Bank, und der renommierte evangelische Wirtschaftsethiker Traugott Jähnichen zu Gast.

Expertin an der Schnittstelle von Ethik und Ökonomie: Amelie Rüppel, freie Projektleiterin Finanzethik

Land Hessen fördert Akademieprojekt „ContraCode“ gegen Antisemitismus

Start im Oktober 2025, Laufzeit bis 2029

 27.8.2025  Die Evangelische Akademie Frankfurt erhält vom Land Hessen umfangreiche Fördermittel für eine neue Initiative gegen Antisemitismus. Unter dem Namen „ContraCode“ sollen ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter ausgebildet werden, die an verschiedenen Orten in Hessen Antisemitismus erkennen und entgegenwirken. Das Vorhaben, das zu mehr Sensibilität und Respekt beitragen soll, wird vier Jahre lang vollfinanziert. Innenminister Roman Poseck hat das Programm gestern mit der verantwortlichen Studienleiterin Annegreth Schilling vorgestellt, im Rahmen der dritten Förderperiode des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“.

Ausgangspunkt von „ContraCode“ ist die gestiegene Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden seit dem 7. Oktober 2023, die sich sowohl im öffentlichen Raum als auch in den sozialen Medien zeigt. Teilnehmende des Projekts sollen zur selbstkritischen Auseinandersetzung mit der eigenen religiösen und kulturellen Tradition angeregt werden, um in Gemeinden und Kommunen handlungsfähig zu werden. Insbesondere geht es darum, die Verflechtungen des Antisemitismus mit der christlichen Tradition zu verstehen. Eine Besonderheit des Projekts ist, dass es nicht in der politischen Jugendbildung angesiedelt ist, wo bereits viele Bildungsmöglichkeiten bestehen, sondern sich dezidiert an Erwachsene richtet.

Zur Leitung des Projekts „ContraCode“ ist an der Evangelischen Akademie Frankfurt eine 50-Prozent-Stelle ausgeschrieben, die ab Oktober 2025 für vier Jahre zu besetzen ist. Daneben beteiligt sich die Akademie im selben Zeitraum an einem weiteren hessischen Förderprojekt namens „Stories for Democracy“, das federführend beim Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach angesiedelt ist. Es soll Menschen dazu befähigen, persönliche Erfahrungen mit Unrechtsregimen und Diktaturen in wirkungsvollen Story-Formaten zu erzählen.

Förderzusage für vier Jahre: Vorstellung der Projektträger im Hessischen Landtag in Wiesbaden
Gemeinsame Pressekonferenz: Innenminister Roman Poseck, Studienleiterin Annegreth Schilling
Erfolgreich mit ihren Projekten: Silvia Genz (Evangelischer Regionalverband Frankfurt und Offenbach) und Annette Lorenz mit „Stories for Democracy“, Annegreth Schilling mit „ContraCode“

Trauer um Diether Döring

Langjähriges Mitglied des Großen Konvents gestorben


 12.8.2025 
Die Evangelische Akademie Frankfurt trauert um Prof. Dr. Diether Döring. Der ehemalige Professor für Finanzwissenschaften und Sozialpolitik an der Goethe-Universität Frankfurt ist am 27. Juni 2025 im Alter von 86 Jahren verstorben.

Als langjähriges Mitglied des Großen Konvents der Evangelischen Akademie am früheren Standort Arnoldshain war Diether Döring der evangelischen Bildungsarbeit in Hessen und Nassau in besonderer Weise verbunden. So gehörte er von 1995 bis 2011 nicht nur der Mitgliederversammlung des Akademievereins an, sondern war auch Mitglied in den Arbeitskreisen Wirtschaft sowie Diakonie und Soziales. Die spätere Fusion der Evangelischen Akademie Arnoldshain mit der Evangelischen Stadtakademie Römer9 zur heutigen Evangelischen Akademie Frankfurt hat er wesentlich mit begleitet. Bis zuletzt engagierte er sich im Förderverein.

Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser und das Kollegium werden Diether Döring in dankbarer Erinnerung behalten. Seiner Familie sprechen sie – auch im Namen der Konvente und deren Vorsitzenden, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer und Stadtdekan Holger Kamlah – ihr herzliches, tief empfundenes Beileid aus.

„Habe herausgefunden, was mein Traumberuf ist“

Jahrgangswechsel bei den FSJ-Kräften

 26.7.2025  Die Evangelische Akademie Frankfurt verabschiedet sich in diesem Sommer von zwei Kolleginnen, die sich im vergangenen Jahr als FSJ-Kräfte außergewöhnlich engagiert in den Veranstaltungsbetrieb auf dem Römerberg eingebracht haben. Beide blicken stolz und wertschätzend auf ihren Freiwilligendienst zurück.

„Der Job in der Akademie war meine erste richtige Arbeit, und ich kann sagen, dass ich dadurch einen sehr guten und einfachen Einstieg in die Arbeitswelt hatte“, sagt Nirah Iqbal (Foto oben), deren Freiwilliges Soziales Jahr im August endet. Sie habe das Privileg gehabt, mit einem tollen Team zusammenzuarbeiten, und dabei sogar herausgefunden, was ihr Traumberuf sei: In Zukunft möchte sie weiterhin im Veranstaltungsgeschäft tätig sein. Außerdem habe sie eigene Stärken erkannt und ausgebaut. „Durch mein FSJ bin ich selbstbewusster und kreativer geworden.“

Amelie Oberwallner (Foto unten), die die Akademie Ende September verlässt, behält viele schöne und lustige Momente mit dem Kollegium in Erinnerung. Dankbar ist sie für die Selbstständigkeit, die ihr zugetraut wurde. „Es hat Spaß gemacht, Veranstaltungen anzulegen, mitzuhelfen, diese zu planen, und der Umsetzung beizuwohnen. Auch, dass ich sehr abwechslungsreiche Aufgaben hatte und zwischendrin auch mal das Archiv sortiert habe.“ Für die Zukunft nimmt sie eine wichtige Orientierung und Differenzierung mit: „Ich sehe mich beruflich eher darin, eigene Veranstaltungen zu organisieren und zu planen als andere bei der Umsetzung zu begleiten – auch wenn diese Erfahrung ebenso gut und wichtig war.“

Das Akademieteam bedankt sich bei Nirah und Amelie für ihren tatkräftigen Einsatz und wünscht ihnen für ihren weiteren Weg viel Erfolg und Gottes Segen. Für das neue Freiwilligenjahr, das am 1. September 2025 beginnt, ist eine der beiden FSJ-Stellen bereits neu besetzt, die andere ist noch zu vergeben. Interessierte können sich über die Evangelischen Freiwilligendienste Hessen bewerben.

Tricksereien mit der Wahrheit

Eine zauberhafte Johannisnacht

 28.6.2025  Jeder Johannisnacht wohnt ein Zauber inne … Dieses Mal war aber zum ersten Mal eine echte Zauberin dabei! Beim diesjährigen Sommerempfang der Akademie verblüffte Michelle Spillner die Gäste mit flinken Kartentricks, teleportierten Geldscheinen und ihrer treffsicheren Fähigkeit, Gedanken zu lesen und Lügen zu entlarven. Staunende Gesichter – und immer wieder die Frage: Wie hat sie das gemacht?

Passend zum Thema „Wahrheiten“, das den ganzen Abend rahmte, gab es dazu einen bunten Blumenstrauß aus Kurzvorträgen, die sich alle mit der Konstruktion und Manipulation von Wirklichkeit beschäftigten.

Soziologe Nils C. Kumkar, Autor des Suhrkamp-Buches über „Alternative Fakten“, führte vor, dass der Einfluss von Desinformationen auf das, was Menschen denken, vielleicht gar nicht so groß ist, wie wir alle denken – und warum es trotzdem einen Unterschied macht, dass wir alle es denken.

Annabelle Hornung vom Museum für Kommunikation Frankfurt und Jutta Jahnel vom Karlsruher Institut für Technologie erweiterten dieses Thema auf die visuelle Ebene: Denn auch KI-Bilder und Deepfakes konfrontieren uns mit der Herausforderung und zunehmenden Unmöglichkeit, „echte“ Inhalte von gefakten zu unterscheiden.

Uwe Becker, Präsident der Evangelischen Hochschule Darmstadt, sprach zum Phänomen der Diskursumgehung. Hierbei deuten zum Beispiel politische Akteure Ereignisse so um, dass es plötzlich um sie selbst geht und nicht mehr um die eigentlich Betroffenen.

Mit ähnlichen Realitätsverdrehungen kennt sich auch Tobias Fabi aus. Er arbeitet in der Drogenberatung und zeigte anhand von Zitaten von Ketamin- und LSD-Usern, welche fast magischen Bewusstseinserweiterungen durch psychoaktive Substanzen hervorgerufen werden.

Zur Johannisnacht lädt die Akademie jedes Jahr zusammen mit ihrem Förderverein ein. Er wirkt mit seinem vielfältigen Engagement im Hintergrund der Akademiearbeit – neue Mitglieder und Unterstützende sind jederzeit willkommen!

Punktlandung: Zauberkünstlerin Michelle Spillner und ihre magische Spielkarte
Verblüfftes Publikum: Wie hat sie das gemacht?
Moderatorin des Abends: Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser
Kennt sich aus mit „alternativen Fakten“: Soziologe Nils C. Kumkar
Wer hat welchen Gegenstand im schwarzen Beutel versteckt?
Auflösung: Die Mimik hat’s verraten
Stellt im MfK KI-Bilder aus: Museumsdirektorin Annabelle Hornung
Hochschulpräsident Uwe Becker über Narrative: Was ist Wahrheit, was Erfindung?
Gebannt und amüsiert: das Publikum im Großen Saal
Noch ein Zaubertrick, diesmal klassisch mit Zigarette und Geldschein

Vom Gefühl, unsichtbar zu sein

Kunstausstellung über die Krankheit ME/CFS

 28.4.2025  Dunkelheit, Schmerzen, große körperliche Anstrengungen – unter diesen extrem herausfordernden Bedingungen sind zwölf Kunstwerke entstanden, die die Evangelische Akademie Frankfurt vom 9. bis 12. Mai 2025 im Raum für Veränderung zeigt. Die zehn Kunstschaffenden hinter den Arbeiten stammen aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Finnland und Kanada. Sie alle sind in unterschiedlichen Schweregraden von ME/CFS betroffen. Die schwere Multisystemerkrankung tritt häufig infolge von Infektionen auf, unter anderem als schwerste Form von Long Covid. Die Betroffenen können nur sehr eingeschränkt einem Alltag nachgehen, manche von ihnen sind komplett bettlägerig.

Bei den Beiträgen der Ausstellung handelt es sich um Fotografien, Druckgrafiken, Gemälde und Videos, die von Franziska Hannig und einer Partnerin kuratiert wurden. Sie veranschaulichen Aspekte eines Lebens, das vielfach von Isolation, Verzicht und Verlust geprägt ist.

Die Ausstellung ist im genannten Zeitraum täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kosten- und barrierefrei.

Am 11. Mai 2025 findet in Frankfurt die Liegend-Demo für mehr Forschung, Versorgung und Anerkennung von ME/CFS statt. Treffpunkt ist um 13 Uhr an der Hauptwache, um 14 Uhr gibt es eine Kundgebung vor der Akademie. Es sind alle eingeladen, als Stellvertreter/innen für Schwerbetroffene dabei zu sein.

Am 12. Mai 2025 um 18 Uhr findet eine Veranstaltung in der Reihe „Corona-Effekt“ statt, mit dem Fokus auf ME/CFS, Post-Covid und Post-Vac.

Die Evangelische Akademie Arnoldshain und Helmut Kentler

Statement der Akademieleitung


 4.12.2024 
Im Zusammenhang mit aktuellen und älteren Studien und Recherchen zur Person Helmut Kentler ist auch die Evangelische Akademie Arnoldshain genannt. Heute ist bekannt, dass Kentler in vielfältiger Weise mit dem Thema Missbrauch von schutzbedürftigen Jugendlichen in direkter Verbindung steht. Aufarbeitungsstudien werden derzeit erstellt und publiziert.

Der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler war von 1960 bis 1962 Studienleiter an der Evangelischen Akademie Arnoldshain. Da es sich bei der Arnoldshainer Akademie um eine Vorgängereinrichtung der Evangelischen Akademie Frankfurt handelt, setzt sich die Leitung der Akademie mit Kentlers damaliger Tätigkeit auseinander.

Vonseiten der Akademie wurde recherchiert, welche Themen er in seiner Zeit als Studienleiter bearbeitete und welche Veranstaltungen er leitete. Eine weiterführende Recherche im Zentralarchiv der EKHN ist bereits geplant.

Die Tatsache, dass bisher keine Taten des Reformpädagogen während seiner Zeit in Arnoldshain bekannt sind, bedeutet nicht, dass es keine Taten gegeben hat. Das macht eine Aufarbeitung der Angelegenheit umso dringlicher. Die Fortschritte der wissenschaftlichen Bearbeitung der Rolle Kentlers und des Umgangs der Kirche mit ihm beobachten wir daher aufmerksam. Mit der Universität Hildesheim, die das Wirken von Helmut Kentler derzeit untersucht, steht die Akademie in Kontakt.

Unabhängig von den Ergebnissen der weiteren Erforschung seines Wirkens an der Akademie distanzieren wir uns deutlich vom seinen pseudo-/wissenschaftlichen Theorien zur Legitimation von Pädophilie und schwerem systematisiertem Missbrauch sowie allem, was daraus folgte.

Als Evangelische Akademie Frankfurt stehen wir in der Verantwortung, dass wir uns dezidiert mit Macht und Missbrauch in der Kirche und in der Gesellschaft befassen. Dies hat sich in jüngerer Zeit bereits in Akademieveranstaltungen zu dem Thema niedergeschlagen. Auch in Zukunft werden wir den Aufarbeitungsprozess kirchlichen Missbrauchs sowie die wissenschaftliche und seelsorgerische Bearbeitung des Themas kritisch begleiten. Intern arbeiten wir intensiv an einem Schutzkonzept, das dazu beiträgt, Menschen, die unser Haus besuchen und in ihm arbeiten, vor Machtmissbrauch, Gewalt und vor allem sexualisierter Gewalt zu schützen.

Akademie stellt sich theologisch neu auf

Studienleiter Helge Bezold ergänzt Kollegium

 24.9.2024  An der Evangelischen Akademie Frankfurt gestalten ab Oktober 2024 zwei Personen das theologische Programm: Dr. Annegreth Schilling, die bereits vor einem Jahr als Theologische Studienleiterin neu zum Kollegium hinzugestoßen ist, bekommt Verstärkung von Dr. Helge Bezold, der ebenfalls eine Stelle als Theologischer Studienleiter antritt. Beide Personen stehen für einen Generationenwechsel wie auch eine inhaltliche Schärfung des Akademieprofils. In Zukunft soll es mehr Veranstaltungen geben, die sich mit der Transformation der Kirche und damit verbundenen globalen wie regionalen Herausforderungen befassen. Im jüdisch-christlichen Dialog, einem weiteren Schwerpunkt der theologischen Arbeit, sollen neue Formate und Zielgruppen erschlossen werden. Zentral für das theologische Profil der Akademie sind überdies ökumenische, interkulturelle und interreligiöse Fragestellungen. Sie behalten ihren festen Platz im Akademieprogramm. Im Bereich der Friedensethik sind fortlaufende Gespräche geplant, die zur aktuellen Kriegs- und Krisenzeit kirchenpolitisch und theologisch Stellung beziehen.

„Wir freuen uns, ein attraktiver Ort für hochqualifizierte Theologinnen und Theologen zu sein, die für die komplexen Fragestellungen ihres Themenfelds sowohl profunde Fachkenntnisse als auch zahlreiche Kontakte mitbringen“, sagt Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser. Beide neuen Studienleitungen sind thematisch vielfältig aufgestellt und durch ihre Forschung und Auslandserfahrungen international vernetzt.

Dr. Helge Bezold, geboren 1988 in Leipzig, hat sich nach seinem Theologiestudium in Berlin, Heidelberg und Princeton auf das Alte Testament spezialisiert. Er forschte und unterrichtete in Frankfurt, Basel, Bochum und Marburg. Als Studienleiter wird er sich auf die Vermittlung theologischer Wissenschaft konzentrieren und von hier aus Brücken zu Gegenwartsthemen wie beispielsweise künstliche Intelligenz und Genderfragen schlagen. Ein öffentlicher Gottesdienst zu seiner Amtseinführung findet am 14. Januar 2025 statt.

Mit den direkten Schnittstellen von Kirche und Gesellschaft setzt sich auch Dr. Annegreth Schilling, Jahrgang 1981, auseinander. Unter ihrer Co-Leitung findet an der Akademie derzeit die Reihe „Im Schatten des 7. Oktober“ über vielfältige Facetten des Antisemitismus statt. Im vergangenen Februar organisierte sie nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie das erste öffentliche Gespräch, bei dem ein Kirchenleitungsmitglied zusammen mit Fachleuten und Betroffenenvertretern über die Untersuchungen zum Missbrauch in der evangelischen Kirche sprach. Ihre Tätigkeit als Studienleiterin verbindet Schilling mit ihrer Stelle als Pfarrerin in der Hoffnungsgemeinde an der Frankfurter Matthäuskirche zwischen Messe und Hauptbahnhof.

Johannisnacht mit Heribert Prantl

Eröffnung der neuen Flurausstellung

 28.6.2024  Demokratie ist ein Apfelbaum, sagt der Publizist Heribert Prantl. Und die schönste Frucht an diesem Baum ist Artikel 1 des Grundgesetzes über die Würde des Menschen. Welche Verantwortung daraus folgt, hat Prantl am 28. Juni als Festredner beim Akademie-Sommerempfang – der Johannisnacht – ausgeführt. Ein eindrucksvoller Vortrag, der sich auch mit der Frage befasste, wie unser Staat vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg den Feinden der Demokratie entgegentreten sollte.

Feinsinniges Entertainment mit Gitarre, Gesang und Beatboxing steuerte Matthias Keller zum Programm bei. Aus live geloopten Soundbits baute er ganz unterschiedliche Stimmungen auf – vom nachdenklichen Lied über „Punkte auf dem Karma-Konto“ bis zum Rock-Klassiker „A Horse with No Name“.

Für Regina Schauerte und Thomas Klöß vom Designbüro Formfellows war der Abend der Höhepunkt eines besonderen einjährigen Gestaltungsprojekts in der Akademie. Sie stellten das Konzept hinter der neuen Flurausstellung im ersten Obergeschoss vor, die wie ein Mini-Museum über die Akademiegeschichte funktioniert.

Sommerlich: Empfang bei Sekt und Saft
Feuriger Festredner: Heribert Prantl
Meister der Loop-Maschine: Matthias Keller
Im Gespräch: Heribert Prantl und Akademiedirektorin Hanna-Lena Neuser
Anmoderation der neuen Flurausstellung: Akademiegeschäftsführer Markus Schmid
Erfinder der neuen Flurgestaltung: „Formfellows“ Regina Schauerte und Thomas Klöß