Diskussion
In Deutschland gilt der Begriff der Nation als verpönt. Zumindest unter Intellektuellen, wohingegen Rechtsextreme den Begriff gern für sich reklamieren. Die unheilvolle Konjunktur des Nationsbegriffs seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, insbesondere aber seine Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten, die den Begriff völkisch interpretierten und zur Legitimation ihrer rassistischen und antisemitischen Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik nutzten, haben ihn in Deutschland in Misskredit gebracht. Doch die gesellschaftliche Spaltung, die wir gegenwärtig in Deutschland und in anderen Ländern – insbesondere den USA – feststellen, erfordert eine Neuverortung von allem, was die Identität einer Gesellschaft ausmacht und sie zusammenhält. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen plädiert die Anglistin und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann für die Neuerfindung einer Form der Nation, die sich als demokratisch, zivil, divers und solidarisch versteht.
Referierende:
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Aleida Assmann, Universität Konstanz
Prof. Dr. Ireneusz Pawel Karolewski, Universität Leipzig
Leitung:
Dr. Margrit Frölich
Förderer:
Bundeszentrale für politische Bildung (angefragt)
Veranstaltungsort