Achtung!

Patriarchat

Über patriarchale Strukturen zu sprechen ist alles andere als einfach: Wer sich kritisch dazu äußert, wird schnell als Kampf-Feministin abgestempelt – oder mit einem Achselzucken abgefertigt: Das war schon immer so, daran könne „man“ nichts ändern. Dabei hat sich in den vergangenen 50 Jahren vieles verändert. Die feministische Bewegung hat die Dominanz männlicher Herrschaftsansprüche erfolgreich infrage gestellt. In etlichen Unternehmen gelten Frauenquoten, und eine gemischte Doppelspitze ist vielerorts zur Selbstverständlichkeit geworden. Selbst in der katholischen Kirche, die lange als Hort des Patriarchats galt, übernehmen in Deutschland zunehmend Frauen und Männer gemeinsam Führungsaufgaben. Zugleich scheint in vielen Ländern das Patriarchat in Gestalt männlicher Autokraten zurückzukehren – von den USA über den Iran bis nach Russland. Handelt es sich hier einfach nur um eine vorübergehende Rolle rückwärts oder um einen gefährlichen globalen Trend? Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp spricht von einem „postpatriarchalen Chaos“, in dem demokratische Grundwerte systematisch ausgehöhlt und sogar bekämpft werden. Die Publizistin Shila Behjat nimmt in ihren Publikationen inbesondere den Iran in den Blick und beschäftigt sich in globaler Perspektive mit der Rolle von Frauen in Revolutionen. Mit diesem Gespräch eröffnen wir unsere Veranstaltungsreihe zum Akademie-Jahresthema „Achtung“ und diskutieren darüber, warum mit der Kritik am Patriarchat keineswegs nur Männer gemeint sind.

Die Ukraine und ihr Kampf um Freiheit und Demokratie

Oleksandra Matwijtschuk im Gespräch mit Sabine Adler

Seit vier Jahren kämpft die Ukraine gegen den russischen Invasionskrieg und verteidigt ihre Freiheit und Souveränität. Zu dieser Veranstaltung ist die ukrainische Menschenrechtsanwältin und Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk zu Gast. Im Gespräch mit der renommierten Journalistin Sabine Adler schildert sie die Erschütterungen und schweren Herausforderungen, denen ihr Land seit dem 24. Februar 2022 ausgesetzt ist. Matwijtschuk spricht über ihre Arbeit und ihren unerschütterlichen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte mitten im Krieg, über die besonderen Belastungen und Herausforderungen für die Zivilgesellschaft, über die Demokratieentwicklung und darüber, was ihr und der ukrainischen Bevölkerung trotz alledem Hoffnung und Stärke gibt. Thema ist auch, welche Unterstützung sie sich von Deutschland, Europa und der freien Welt erhofft.

Design Demokratie

Auftakt der Jungen Akademie Frankfurt

Braucht unsere Demokratie ein Rebranding? Oder sogar eine Kernsanierung? Welche Formen müsste das Mitentscheiden von morgen haben, wenn alle daran beteiligt sein sollen? In der Jungen Akademie denken Personen zwischen 18 und 30 Jahren über die Verbindung von „guter Gestaltung“ und Demokratie nach. Das lange Wochenende dient dem Kennenlernen der Teilnehmenden des neuen Jahrgangs. Wer sind wir? Was bewegt uns? Wo wollen wir hin? Wir steigen gemeinsam ins Thema ein und identifizieren unsere Schwerpunkte. Referierende setzen Impulse, die Jahresplanung wird festgelegt, erste Projektideen entstehen.

Achtung! Manipulation

Strategien für eine widerstandsfähige Demokratie im Netz

Digitale Plattformen, Algorithmen und generative KI prägen im Wahljahr 2026 den politischen Diskurs. Zwischen Polarisierung, Populismus und globalen Tech-Konzernen wächst bei vielen das Gefühl, dass man gegen gezielte Manipulation und Fakes im digitalen Raum ohnehin nichts ausrichten kann. Die Veranstaltung setzt dieser Resignation etwas entgegen. Wir loten aus, wie groß die Bedrohung in Deutschland tatsächlich ist, welche Rolle Internetplattformen, Desinformation und KI im Wahlkampf spielen und wie digitale Resilienz eingeübt werden kann. Fachimpulse ordnen die Lage ein und zeigen im Dialog mit dem Publikum konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Wir sind überzeugt: Eine wehrhafte Demokratie braucht digitale Mündigkeit und das Engagement von Einzelnen.